Am Ende alles gut?

Shownotes

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Morgenandacht im Deutschlandfunk

Pfarrer Stephan Krebs

aus Langen (Hessen)

Am Ende alles gut? 05.12.2025

Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende. Dieser Satz wird gerne zitiert und meistens John Lennon oder Oscar Wilde zugeschrieben. Stimmt aber wohl beides nicht. Vermutlich stammt das Zitat von Fernando Sabino, einen brasilianischen Schriftsteller. 1988 erzhlt er in einem Buch, wie ihn sein Vater aufgemuntert hat. Mit diesen Worten: Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.

Der Satz enthlt eine groe Portion Optimismus, verfeinert mit einer Prise Geduld. Bei mir wirkt das. Dabei nennt der Satz gar keinen Grund dafr, warum ich positiv in die Zukunft schauen kann.

Aber es gibt einen. Und der steckt in der Adventszeit, zumindest aus christlicher Sicht. Der Advent ist bekannt als Wartezeit auf Weihnachten, auf das Geburtsfest von Jesus Christus. Aber der Horizont der Adventszeit reicht weit ber die Ankunft Jesu hinaus, bis ans Ende, das ganz groe Ende.

Darber wird selten gesprochen. Die meisten Menschen sind stark mit dem Hier und Jetzt beschftigt. Da bleibt wenig Raum fr Gedanken ber das groe Ende.

Aber die christliche Hoffnung reicht so weit und sogar darber hinaus. Wenn es so weit ist, wird Jesus Christus wiederkommen. Er wird die Erde verwandeln. Was dann geschieht, wei niemand genau. Aber der Glaube bewahrt Bilder dafr: So ist die Rede von einem ewigen Freudensaal.1 Es wird ein Friedensreich sein, im Einklang mit Gott. Darin leben die Menschen vereint zusammen2. Am Ende wird also alles gut. Und deshalb gilt: Solange das nicht eingetreten ist, kann die Geschichte der Erde noch nicht zu Ende sein.

Das ist eine hoffnungsvolle Vision. Ihr stehen allerdings andere Szenarien entgegen. Etwa aus der Astrophysik. Der zufolge wird die Erde am Ende verglhen, weil die Sonne explodiert. Das soll allerdings erst in fnf Milliarden Jahren geschehen. Aktuell muss sich davor also niemand frchten. Dennoch wirkt sich das heute schon aus, so scheint mir. Denn man hat das im Hinterkopf: Am Ende verglht sowieso alles.

Sehr viel konkreter ist das, was Wissenschaftler ber die Entwicklung der Umwelt sagen. Sie zeigen seit Jahrzehnten ein dsteres Szenario auf. Darin beutet die Menschheit die Erde allzu sehr aus. Deshalb wird sie schrittweise verden. Eigentlich wissen das fast alle. Auch dass man das abwenden kann, knnte: mit einem gemeinsamen Kraftakt. Dennoch, so habe ich den Eindruck, nehmen viele das nicht wirklich ernst. Einige denken, das bse Ende sei ohnehin nicht zu verhindern. Da wollen sie lieber jetzt ihre Lebensparty feiern, solange das noch geht.

Ob das klappt? Ich kann nicht gut leben mit der Aussicht auf ein bses Ende. Lieber halte ich mich an die Hoffnung, die mir mein Glaube schenkt: Ich glaube an die groe Vershnung mit Gott am Ende aller Zeiten. Vershnung auch unter den Menschen ja sogar mit der ganzen Schpfung Gottes. Das wird etwas ganz Neues sein, jenseits unseres heutigen Horizonts.

Diese Hoffnung haben die Philosophen Karl Marx und Ludwig Feuerbach scharf kritisiert als Jenseits-Vertrstung. Als Opium fr das Volk, gemacht um Menschen ruhig zu stellen. Ihre Kritik war damals vielleicht nicht ganz falsch. Jedenfalls hat sie gesessen. Viele christliche Stimmen sprechen heute lieber ber das Diesseits. Darber, wie das Leben hier und jetzt gelingen kann.

Fr mich ist das aber gar kein Widerspruch. Im Gegenteil: Fr mich gehrt beides zusammen: das Hier und Heute und die Frage: Wo fhrt es hin? Mit einem bsen Ende knnte ich nicht gut leben. Frhlich bin ich nur, wenn ich hoffen kann: Am Ende wird alles gut. Dafr lohnt es sich zu leben, zu glauben und aktiv einzustehen.

Es gilt das gesprochene Wort.

Quelle: https://falschzitate.blogspot.com/2017/10/am-ende-wird-alles-gut-und-wenn-es.html

Redaktion: Pfarrer Martin Vorlnder (martin.vorlaender@gep.de)

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1 EG 11, 10

2 EG 20.7+8

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