Die Welt zu Gast im Stall

Shownotes

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Wort zum Tage im Deutschlandfunk Kultur

Pfarrer Friedemann Magaard

aus Husum

Die Welt zu Gast im Stall 05.01.2026

Noch steht die Weihnachtskrippe im Wohnzimmer, aber die Zeichen stehen auf Abschied. Morgen am 6. Januar werden die drei Knige ihr Ziel erreichen. Und bermorgen geht es zurck in die groe Kiste mit den Krippenutensilien, bis zum nchsten Weihnachtsfest.

Ich habe die Krippe von meinen Eltern geerbt. Die Dreiknigsfiguren haben prachtvolle Mntel. Die haben mich schon als Kind fasziniert. Und bereits damals hatten sie Gebrauchsspuren, denn da waren sie auch schon alt gewesen. Die Figuren tragen lange Gewnder, aus feinem Brokatstoff. Ich streiche noch immer gern darber, ein festes Gewebe und zugleich angenehm weich, mit kunstvollem Muster und einem edlen Abschluss mit einer Borte.

Die Knige knnen stehen oder reiten, auf Kamelen, deren Beine im Laufe der Jahrzehnte schon fter gerichtet werden mussten. Sitzt der Knig auf dem stolzen Tier, schleift der Mantel nicht auf dem Boden. Ein erhabenes Bild.

In der Szenerie einer Weihnachtskrippe hat also auch royaler Glanz Platz, aus gutem Grund. Die Herrscher dieser Welt werden aufmerksam auf das Wunder von Bethlehem. Knige beugen die Knie. Wer das sieht, versteht sofort: Das Neugeborene trgt selbst Knigliches in sich.

Was so privat aussieht, ein Besuch bei einer jungen Familie, wird zum Weltereignis. Dafr stehen die drei Knige mit ihren Brokatmnteln und goldenen Borten. In Jerusalem, der Hauptstadt, wlzt sich Knig Herodes unruhig im Bett hin und her. Er hat gehrt: Es soll ein neuer Knig geboren worden sein. Er zittert um seine Macht. Whrenddessen im kleinen Bethlehem erkennen die drei weitgereisten Majestten an dem Kind in der Krippe: Es ist unter einem besonderen Stern geboren. Seine Macht ist nicht von dieser Welt. Dazu braucht es nicht viele Worte. Die Geste sagt viel mehr. Da knien die Hirten und die Knige nebeneinander vor einem Kind.

bermorgen lege ich die Krippenfiguren wieder zurck, streiche die Gewnder glatt, prfe die fragilen Beine der Kamele. Seit Generationen schon tragen diese Figuren die Weihnachtsgeschichte ins Wohnzimmer. Das Figurenensemble steht fr Engelsglanz und Hirtenfreude, fr zarte Macht und Knigsdemut. Die Welt zu Gast im Stall. Damit alle sich mitfreuen an dem Kind. Krippenfiguren weltweit, in Kirchen, Wohnzimmern, auf Weihnachtsmrkten, in Schulen und Krankenhusern.

Die Figuren werden eingepackt. Das Licht von Weihnachten bleibt.

Es gilt das gesprochene Wort.

Redaktion: Pfarrer Martin Vorlnder (martin.vorlaender@gep.de)

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