Die Wahrheit der Heiligen Drei Könige

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Wort zum Tage im Deutschlandfunk Kultur

Pfarrer Friedemann Magaard

aus Husum

Die Wahrheit der Heiligen Drei Knige 06.01.2026

Fr viele enden die weihnachtlichen Festtage heute mit einem letzten Hhepunkt: Die legendren Heiligen Drei Knige. Da geht es um Kaspar, Melchior und Balthasar, die drei Monarchen, die fr Asien, Europa und Afrika stehen, die drei Kontinente, die damals den Menschen am Mittelmeer bekannt waren.

Mein evangelischer Religionslehrer hat diese Geschichten immer abgetan. Er meinte, zu den Heiligen Drei Knigen msse man nur wissen: Es waren nicht drei, sie waren nicht heilig, und Knige waren es auch nicht. Was die biblischen Worte betrifft, hat mein alter Lehrer recht gehabt.

Im Matthusevangelium wird von Sterndeutern erzhlt, die einem auergewhnlichen Himmelsphnomen gefolgt sind: dem Stern von Bethlehem. Sterndeuter also. Das lsst sich auch mit Magier bersetzen. Ihre Anzahl wird gar nicht erst benannt, und ihre Heiligkeit, was auch immer damit gemeint sein knnte, auch nicht. In evangelischer Tradition heien sie deshalb meist: Die Weisen aus dem Morgenland.

Spter haben sich daraus Legenden gebildet, schne Legenden, wie ich finde. In einer syrischen Tradition ist von zwlf Knigen die Rede. Sie stehen fr die Gemeinschaft aller Knigreiche. Bei uns verbreitet sind die drei Knige. Sie haben jeweils eines der Geschenke in der Hand, die in der Bibel erwhnt werden: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Und sie stehen fr die Kontinente der damals bekannten Welt. Die Monarchen beugen die Knie vor dem Jesus-Kind.

Aus der Bewahrungsgeschichte einer Kleinfamilie wurde ein Weltereignis. Was in den Jahrhunderten dazuerzhlt wurde, ist in der einen Legenden-geschmckten Weihnachtsszene verdichtet, alles auf den Punkt gebracht. Der Stern von Bethlehem strahlt ber alle Grenzen hinweg. Die Friedensbotschaft gilt allen Menschen. Und damit rcken die Vlker der Welt solidarisch zusammen.

Sinnbildlich dafr sammeln wir in den evangelischen Weihnachtsgottesdiensten immer krftig fr die Aktion Brot fr die Welt. Und sichtbar wird diese weltweite Verbundenheit auch dadurch, dass heute, am Dreiknigstag, katholische Kinder als Sternsinger von Haus zu Haus ziehen und Spenden sammeln fr Kinder, die nicht so bequem den Winter berstehen wie die meisten bei uns.

Fr mich unterstreichen die Heiligen Drei Knige: Die Menschen gehren in einer Menschheitsfamilie zusammen. Und wo die Mchtigen der Welt in Demut die Knie beugen vor den Kindern, da ist mir weniger bange um die Dinge, die das neue Jahr bereithlt.

Es gilt das gesprochene Wort.

Redaktion: Pfarrer Martin Vorlnder (martin.vorlaender@gep.de)

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