Der Sinn des Schenkens
Shownotes
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Wort zum Tage im Deutschlandfunk Kultur
Pfarrer Friedemann Magaard
aus Husum
Der Sinn des Schenkens 07.01.2026
Die Bluse ist zu klein, das Buch war schon vorhanden, die Vase gefllt einfach nicht: In den Tagen nach Weihnachten wird mchtig umgetauscht. Manche Geschenke passen einfach nicht, Pech gehabt. Anderen Geschenken fehlt aber auch die ntige Liebe. Schrottwichteln oder andere nachweihnachtliche Tauschbrsen knnen vielleicht abhelfen, ein wenig rger bleibt aber doch.
Der Prototyp des Weihnachtsgeschenks findet sich in der Bibel. Die Weisen aus dem Morgenland bringen dem Jesuskind drei Geschenke mit, so steht es mit Liebe zum Detail: Gold und Weihrauch und Myrrhe. Wertvoll ist, was sie in den Viehstall bringen. Harte Whrung, kostbare Dfte und heilsame Gewrze. Vielleicht wren Windeln und ein Kochlffel fr den Babybrei ntzlicher gewesen. Aber da die Weisen ein hochherrschaftliches Neugeborenes erwartet hatten, waren sie nicht so pragmatisch eingestellt.
ber das richtige Schenken hat der Lyriker Joachim Ringelnatz bezaubernde Verse gedichtet: Schenke gro oder klein, aber immer gediegen. Und was nun folgt, liest sich wie ein kleiner Lebensratgeber. Es kommt auf die innere Haltung an: Wenn die Bedachten die Gaben wiegen, sei dein Gewissen rein. Das Schenken darf keine Formalitt sein und schon gar kein taktisches Manver, sondern etwas, das von Herzen kommt. An der Vorfreude lsst sich vieles ablesen: Schenke herzlich und frei. Schenke dabei, was in dir wohnt an Meinung, Geschmack und Humor, so dass die eigene Freude zuvor dich reichlich belohnt.
Wir geben viel von uns selbst mit, wenn wir ein Geschenk berreichen. Wer schenkt, macht sich im schnsten Sinne durch-schaubar. Jedes Geschenk ist eine Mitteilung von dem, was mir selbst lieb und wert ist, das beobachtet der Dichter Joachim Ringelnatz perfekt.
Wann immer das gelingt, diese Verbindung zwischen meinem Herzschlag und einem Geschenk zu zeigen, dann ist es egal, ob Geschenke gro oder klein sind, ob Goldstck oder Holzkochlffel. Noch einmal Ringelnatz: Schenke mit Geist und ohne List. Sei eingedenk, dass dein Geschenk du selber bist.
In die allererste Szene des weihnachtlichen Schenkens haben sich spter viele selbst hineingeschrieben. Sie stellen sich vor, dass sie selbst zur Krippe kommen wie ein Hirte oder ein Weiser aus dem Morgenland. Was schenken sie dem Jesuskind? Ich komme, bringe und schenke dir, heit es in einem Weihnachtslied. Und dann wird alles in die Krippe hineingelegt: Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin.
Es gilt das gesprochene Wort.
Redaktion: Pfarrer Martin Vorlnder (martin.vorlaender@gep.de)
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