Der vierte König

Shownotes

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Wort zum Tage im Deutschlandfunk Kultur

Pfarrer Friedemann Magaard

aus Husum

Der vierte Knig 09.01.2026

Am Dienstag war ihr Tag: 6. Januar Die Heiligen Drei Knige kommen nach Bethlehem und knien vor dem Jesuskind. Folgt man der biblischen Geschichte, mssten sie sich jetzt auf dem Rckweg in ihre Heimat befinden. Um die drei ranken sich allerlei Legenden. In unserer Zeit hat sich eine weitere dazu gesellt: Die Geschichte vom vierten Knig.

Der war ursprnglich mit den drei anderen losgezogen, um dem Stern zu folgen und den neugeborenen Knig zu finden. Unterwegs verliert er allerdings den Kontakt zu seinen Reisegefhrten, weil ihn das Leid von Menschen anrhrt, die seine Hilfe brauchen. Und so versetzt er nach und nach die kostbaren Geschenke, die er im Gepck hatte, und gibt das Geld fr notleidende Menschen.

Schlielich setzt er sein eigenes Leben, Kraft und Gesundheit ein im Tausch fr einen Jungen, den er aus dem Schicksal als Galeerensklave befreit und an seiner Statt 30 Jahre auf einem Schiff angekettet ist. Am Ende seiner Krfte wird er am Hafen ausgesetzt. Ein Kaufmann pflegt ihn gesund. Genesen zieht der vierte Knig nach Jerusalem.

Auf dem Hgel Golgatha trifft er auf eben den, zu dessen Geburt er einmal aufgebrochen war. Jesus wird gerade zusammen mit zwei anderen gekreuzigt. Der mittlerweile gealterte vierte Knig hat nichts als sein Herz, das er dem Sterbenden noch schenken kann. Der aber spricht zu ihm: Kleiner Knig, du bist mir immer wieder begegnet und hast mich stets reich beschenkt. In all den Menschen, denen du geholfen hast, bist du mir begegnet. Was du den Geringsten getan hast, hast du mir getan.

Der vierte Knig, so wie die Legende von ihm erzhlt, hat viel mehr verschenkt als die kostbaren Gaben der Weisen aus dem Morgenland, von denen die Bibel erzhlt. Der vierte Knig hat sein ganzes Leben der Nchstenliebe gewidmet, bis zur Selbstaufgabe.

Am Ende kommt sein Weg zum Ziel, indem er dem gekreuzigten Christus begegnet. Seine Mission ist nicht gescheitert, sondern vollendet sich. Christus sieht die Liebe und Hingabe, mit der der vierte Knig gelebt hat. Wer etwas fr die rmsten tut, der tut das zugleich fr Christus.

Die Legende vom vierten Knig erzhlt, wie Christenmenschen leben sollten. Wahre Hingabe an Christus zeigt sich alltags-praktisch, zeigt sich darin, ein weites Herz zu haben und konkret Mitmenschen zu untersttzen. Wer bei der Tafel Lebensmittel verteilt, wer Geflchteten bei mterwegen hilft, wer Einsame besucht, verschenkt Herzenswrme. Die ist mindestens so wertvoll wie Gold, Weihrauch und Myrrhe.

Es gilt das gesprochene Wort.

Redaktion: Pfarrer Martin Vorlnder (martin.vorlaender@gep.de)

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