Masken
Shownotes
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Wort zum Tage im Deutschlandfunk Kultur
Tobias Petzold
aus Berlin
Masken 16.02.2026
Heute ist Rosenmontag. Warum der so heit, ist nicht ganz klar. Nach dem Wrterbuch der Brder Grimm kommt Rosenmontag vom mittelhochdeutschen Rasenmontag. Rasen steht fr toben. Also wilder Montag. Eine Anspielung auf die nrrische Ausgelassenheit.
Denn in manchen Gegenden ist der Rosenmontag ein sehr besonderer Tag mit Umzug und Umtrunk, Freude und Freunden, Ausgelassenheit und Auszeit. Manche freuen sich ein ganzes Jahr darauf, andere knnen mit all dem Trubel wenig anfangen. An vielen anderen Orten als den Karnevals-, Fasnachts- und Faschingsgegenden ist der Rosenmontag wiederum ein ganz normaler Wochenbeginn. Alle gehen ihrem gewhnlichen Montagtagewerk nach.
Dort aber wo gefeiert wird, da ist der Rosenmontag ein Tag der Kostme und Masken. Menschen schlpfen in andere Rollen, spielen mit Identitten und sind fr einen Moment befreit vom Alltag und seinen Ansprchen.
Kostme und Maskeraden gehren allerdings nicht nur zur sogenannten fnften Jahreszeit. Auch sonst sind viele Menschen kostmiert, meistens unsichtbar. Im Beruf, in der Familie, im ffentlichen Leben. Es wird gezeigt, was erwartet wird, und verborgen, was verletzlich ist. Oder es wird mit Zweitidentitten in sozialen Netzwerken die Sau rausgelassen, ohne dass jemand merkt, dass man selbst die Sau ist.
In einem Buch in der Bibel heit es: Der Mensch sieht, was vor Augen ist; Gott aber sieht das Herz an. (1. Samuel 16,7) Dieser Satz ist zunchst eine nchterne Feststellung. Menschen beurteilen, was sichtbar ist. Gott und vertraute Menschen dagegen sehen tiefer. Nicht kontrollierend oder buchhalterisch, sondern zugewandt und verstehend.
Das kann entlastend sein. Denn es bedeutet: Ich muss nicht stndig etwas darstellen, mich aufpusten oder mich kleinmachen. Ich darf um Gottes Willen sein, wie ich bin. Meine Herzenshaltung ist wichtiger als jede Maske, jede Schminke, jeder Schein. Am Rosenmontag und an allen anderen Tagen im Jahr auch.
Es gilt das gesprochene Wort.
Redaktion: Pfarrer Martin Vorlnder (martin.vorlaender@gep.de)
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