7 Wochen ohne
Shownotes
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Wort zum Tage im Deutschlandfunk Kultur
Tobias Petzold
aus Berlin
7 Wochen ohne 19.02.2026
Mit Aschermittwoch gestern hat in der Kirche die Passionszeit begonnen. Ich verstehe die Passionszeit als ein Angebot, mich neu zu fokussieren in meinem Leben und in meinem Glauben. Auf das, was sein soll, und fr alles, was sein will. Die sieben Wochen bis Ostern sind die klassische Fastenzeit im Christentum.
Fasten ich lasse etwas weg und schaffe dadurch Platz fr neue Erfahrungen. Weil ich nicht esse, trinke, konsumiere wie sonst, sondern an kleinen Stellen mein Verhalten ndere. In alter Sprache heit das: Raum schaffen fr geistliche Besinnung und Betrachtung.
Heute hat das Fasten eine Renaissance erfahren. Viele Menschen fasten zur inneren Reinigung und zum Heilwerden. Beim christlichen Fasten geht es auch um den Verzicht auf bestimmte Nahrungs- und Genussmittel. Aber nicht nur. Es geht auch darum, meine gewohnten Denkweisen zu berdenken, mein Verhalten zu verndern.
Jesus selbst hat sich 40 Tage in die Wste geschickt und gefastet. Er trotzte dort allen Versuchungen und Versungen, allem Reichen und allen Reichen. Dem Vorbild Jesu folgen bis Ostern viele Menschen. Sie verzichten auf den Griff zum Glas Wein oder Bier, zum Fleisch oder zur Fernbedienung und wollen bewusst gut Gewohntes links oder rechts liegenlassen.
Wer den Kreis des Gewohnten durchbricht, kann neue Wege gehen. Einerseits zu neuen Aussichten und Einsichten, andererseits auch aus sich selbst heraus. Um neu anzukommen, zur Ruhe, zu sich selbst und, wie ich glaube, auch bei Gott.
Die evangelische Kirche ldt in jedem Jahr zur Aktion Sieben Wochen ohne ein. In diesem Jahr steht diese Fastenaktion unter dem Motto Mit Gefu?hl! Sieben Wochen ohne Hrte. Wie kann ich heraustreten aus der Praxis, der Sprache und den Bildern der Hrte? Wo bin ich hart zu mir, hart zu anderen? Wie sieht ein mitfu?hlender Umgang aus, untereinander und mit mir selbst? Wenn ich mich darin be, wertschtzend und mitfhlend zu denken und zu reden, kann Gottes Heil und Heilung in dieser Welt aufscheinen.
So schicke auch ich mich in die Wste, gehe aus mir heraus und gehe in mich, um an- und zur Ruhe zu kommen und neu zu mir selbst. Darum schalte ich in der Fastenzeit ab und an ab - die technischen Endgerte, das Denken und alles Planen. Denn hin und wieder darf ich mich hinwenden zur Stille, zum Schauen, zum Sein. Dabei muss nichts herauskommen. Nur hinein.
Es gilt das gesprochene Wort.
Redaktion: Pfarrer Martin Vorlnder (martin.vorlaender@gep.de)
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