Passion

Shownotes

Die Andacht zum Nachlesen und -hören gibt es auch hier inklusive Download: https://rundfunk.evangelisch.de/wort-zum-tage/15607/passion

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Wort zum Tage im Deutschlandfunk Kultur

Tobias Petzold

aus Berlin

Passion 20.02.2026

Die sieben Wochen bis Ostern heien Passionszeit. Passion. Zeit fr Leiden und Leidenschaft. Mich packt immer neu, was fr groe Gefhle in der Leidensgeschichte von Jesus vorkommen. Da geht es um Verrat und Verleugnung, Zweifel und Verzweiflung, himmlische Nhe und gottverlassene Einsamkeit und um eine Begeisterung, die in Hass umschlgt.

So jubelt eine groe Menschenmenge Jesus zu, als er in Jerusalem einzieht. Sie sind vllig aus dem Huschen, rennen ihm entgegen, breiten ihre Kleider vor ihm aus wie einen roten Teppich und schwenken Palmzweige. Sie rufen: Hosianna! Das bedeutet: Hilf doch! Nur wenige Tage spter wird dieselbe Menschenmenge ihn verurteilen und rufen: Kreuzige ihn!

Das passiert nicht aus dem Nichts. Jesus sorgt vorher fr Aufsehen und Aufruhr. Im Tempel stt er die Tische der Hndler um. Sie wollen Glauben zu Geld machen. Jesus schreit sie an: Das ist ein Gotteshaus und keine Ruberhhle! Die Tische im Tempel fallen, spter kommen am Tisch des Herrn alle zusammen. Jesus feiert das Pessachmahl, von dem er wei: Es wird sein letztes Abendmahl. Am Tisch sitzt auch der, der Jesus verraten wird.

Nach dem Festessen ziehen alle in den Garten. Jesus wnscht sich, dass seine Jnger mit ihm wachen. Aber sie dsen immer wieder weg.

Jesus deutet an, was er befrchtet: dass ihm Gewalt, Leid und Tod bevorstehen. Petrus, ein enger Freund Jesu, zeigt sich besonders kmpferisch: Was auch passiert, ich stehe zu dir! Noch in derselben Nacht wird er dreimal feige kundgeben: Den kenne ich nicht!

Und Jesus, der am Tisch eben noch reich ausgeschenkt hat, betet zu Gott: Lass diesen Kelch an mir vorbergehen!

Die Rmer sahen in Jesus einen Unruhestifter. Die religisen Fhrer betrachteten seine Lehre als Bedrohung fr ihre Autoritt.Und die Menschenmenge tat, was Menschenmengen oft tun: Sie lie sich mitreien. Erst von der Begeisterung, dann vom Hass. Ein Einzelner wird zum Opfer ausgerufen, und die Menge schaut zu.

Passion. Die Leidensgeschichte von Jesus lenkt meinen Blick auf die Mechanismen von mrderischer Macht, die es bis heute gibt. Sie ffnet mein Herz fr die, die zu Opfern gemacht werden. Passion bleibt nicht beim Leiden stehen. Passion wird zur Leidenschaft fr das Leben. Denn zur Passion gehrt der Glaube: Diesen Jesus, dieses Opfer hat Gott zum Sieger gemacht. Die Gewalt hat nicht die letzte Macht. Der Tod ist tot. Das Leben siegt.

Es gilt das gesprochene Wort.

Redaktion: Pfarrer Martin Vorlnder (martin.vorlaender@gep.de)

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