Ver-sprechen

Shownotes

Die Andacht zum Nachlesen und -hören gibt es auch hier inklusive Download: https://rundfunk.evangelisch.de/wort-zum-tage/15617/ver-sprechen

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Wort zum Tage im Deutschlandfunk Kultur

Pfarrerin Sabrina Fabian

aus Berlin

Ver-sprechen 02.03.2026

Jeden Tag schicke ich meiner besten Freundin eine Nachricht mit einer Ode an Fast-Food: Nur fnf Tage, dann ist Freitag!, schreibe ich. Mit Pizza auf der Couch. Krosser Rand, geschmolzener Kse, saftige Tomatensauce, knusprig gebackenes Gemse.

Am nchsten Tag:

Halte durch! Bald machst du es dir mit einem fetten Burger gemtlich: zerlaufender Cheddar, knackiger Salat und ein so fluffiges Burgerbrtchen, in das du dich am liebsten reinkuscheln wrdest.

Und dann am Donnerstag:

Nur noch einmal schlafen, dann sinkst du in deine Couch und isst vegetarisches Sushi. Heftige Inside-Out-Roll, frittiert, mit Avocado und Omelette, Gurke und Frischkse.

Meine Freundin hat eine harte Arbeitswoche vor sich. Mehrere Groveranstaltungen stehen an, die sie organisieren und durchfhren muss. Und jetzt mit Wochenbeginn sehnt sie den Freitagabend herbei. Sie hat sich selbst versprochen: Wenn es so weit ist, will sie sich aufs Sofa fallen lassen, essen bestellen, entspannen. Allein die Aussicht darauf hilft ihr durch die herausfordernde Zeit. Ihr Versprechen trgt sie.

Und ich erinnere sie jeden Tag daran und helfe ihr, sich fr ein Gericht zu entscheiden. Ich zeichne ihr Freitagabend-Ich und konkretisiere ihre Vision, indem ich detailliert beschreibe, was sie wahlweise essen wird.

Das ist die Macht von Versprechen: Worte zeichnen ein Bild von der Zukunft. Das Bild verknpft sich in unserer Seele. Und wir verweben unsere Gegenwart mit der Vision von unserem knftigen Ich. So wird die verheiungsvolle Zukunft Teil unseres Jetzt. Wir versprechen Jetzt und Dann miteinander. Und daraufhin verndern wir uns.

Meine Freundin motiviert das. Sie hat die geballte Woche gut berstanden. Die Macht von Versprechen.

Das funktioniert nicht nur fr eine Arbeitswoche und mit der berschaubaren Vision einer Freitagabendgestaltung. In der Bibel betreffen Versprechen meistens ganze Lebenskonzepte.

Gott verspricht Abraham und Sara groe Nachkommenschaft in einem Land, das Gott ihnen zeigen will. Daraufhin ziehen sie los. Sie verlassen ihre Heimat und halten jahrzehntelang an Gottes Versprechen fest.

Ein Engel verspricht Maria, dass sie die Gnade Gottes gefunden hat und ein Kind gebren wird, das Sohn des Hchsten heien wird.

Jesus verspricht seinen Jngerinnen und Jngern den Heiligen Geist. Der soll sie trsten und inspirieren, wenn Jesus nicht mehr bei ihnen ist.

Sie alle lassen sich von Versprechen motivieren, antreiben, beflgeln. Weil Versprechen das machen. Das kann anfangen mit Pizza auf der Couch am herbeigesehnten Freitagabend.

Es gilt das gesprochene Wort.

Redaktion: Pfarrer Martin Vorlnder (martin.vorlaender@gep.de)

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