Der Herzschlag dieser Sendung

Shownotes

Die Andacht zum Nachlesen und -hören gibt es auch hier inklusive Download: ttps://rundfunk.evangelisch.de/gedanken-zur-woche/15690/der-herzschlag-dieser-bewegung

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Es geht so schnell, dass die Kamera fast nicht hinterherkommt. Mit mehr als 100 km/h fegt die Athletin ber die Piste, legt sich geschmeidig in die Kurven, passiert Tor fr Tor und rauscht ber die Ziellinie, als wre es nichts. Anna-Lena Forster holt die erste Goldmedaille fr Deutschland bei den Paralympics in Cortina. berglcklich schaut sie in die Kamera. Hinter ihr jubelt ihre Familie, ihr Fanclub, der mit angereist ist.

Knigin des Monoski nennt sie der Kommentator und lobt ihre Unbekmmertheit, denn die Athletin sagt so Stze wie Nicht denken, einfach machen.

Fr Anna-Lena Forster zhlt, was geht, nicht was nicht geht. Anna-Lena Forsters Eltern hatten bei der Geburt gesagt bekommen: In ihrer Haut mchte ich nicht stecken. Und: Das Kind wird nie sitzen knnen. Rechts fehlt ihr das komplette Bein, links hat sie einen stark verkrzten Oberschenkel. Jetzt sitzt sie in einer Spezialkonstruktion auf dem Hochleistungsski. Da, wo andere den Schwung auch aus Knien und Fugelenken holen, schafft sie es allein hftaufwrts mit dem Oberkrper. 100 km/h. Nicht denken, einfach machen.

Das scheint berhaupt ein Motto fr die paralympische Gemeinschaft zu sein. Probleme zu lsen, statt welche zu schaffen. Es gelingt wei Gott noch nicht perfekt, aber es ist ein Weg, und die Paralympioniken sind weit gekommen.

Von auen gesehen zeigt sich hier ein bisschen die Welt, wie sie sein soll.

Hier sind Unterschiede kein Grund fr Trennung, sondern eine Quelle der Strke. So hatte es Andrew Parsons zur Erffnung in Verona gesagt, er ist der Prsident des paralympischen Komitees. Hier kommen Nationen als Nachbarn zusammen. Und die Athleten messen sich mit Leidenschaft und Fairness, doch vereint im gegenseitigen Respekt.

In den Arenen und auf den Pisten sehen wir hier nun Sportlerinnen und Sportler als Menschen mit ihrer Kraft und ihrem Wesen, ihre Flagge dagegen nur klein, whrend auf den anderen Kanlen gleichzeitig Bilder aus den verschiedensten Kriegsgebieten der Welt gezeigt werden. Einschlge hier, riesige Rauchsulen da. Und es sind die gleichen Nationen. Aber eine scheinbar andere Welt. Nein, es ist die gleiche Welt, nur wurden hier andere Regeln definiert. Nicht fr alle Probleme haben die Paralympics eine gute Lsung. Aber fr etliche.

Parsons dazu: Das Paralympische Dorf ist ein lebendiges Modell dafr, wie eine Gesellschaft sein kann und sollte: ein Ort, an dem jeder willkommen ist, jeder dazugehrt und jeder wertgeschtzt wird. Eine barrierefreie Gemeinschaft, in der Chancen allen offenstehen.

Eine Athletin erzhlt, wie es im besagten Dorf beim Essen zugeht: Ich helfe der, die nicht sehen kann, die Speisekarte zu lesen, und der ohne Beine hilft dem ohne Arme, das Brtchen zu schmieren.

So kann die Welt sein.

Das ist schon die neue Welt. Da wchst sie. Seht ihrs?, hre ich Jesus sagen. Er wurde immer wieder gefragt, wann sich alle Versprechungen erfllen, wann die Welt vollkommen und gut sein wird, so dass Gott gern bei den Menschen wohnt. Sie wchst doch schon, sagt er. Und sie beginnt auch in deinem Herzen.

Die Paralympics helfen mir, Bilder zu bekommen, wie das gehen kann: sich wechselseitig Brtchen schmieren, sich Mut zusprechen, wenn es aufregend wird, Gaben strken, Schwchen ausgleichen. Und all das ffentlich, so dass es mglichst viele sehen knnen

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