Am Meer

Shownotes

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Wort zum Tage im Deutschlandfunk Kultur

Pfarrer Eberhard Hadem

aus Roth

Am Meer 17.03.2026

Ich liebe die Sonne. Und noch mehr das Meer. berhaupt alles, was Wasser hat. Das Meeresrauschen ist mein innerer Grundton. Ich hre es auch dann, wenn ich nicht am Ufer stehe. Jetzt im Mrz wandern meine Gedanken manchmal voraus zum nchsten Urlaub, wenn ich wieder am Meer sein werde.

Ich ahne, was der Mystiker Angelus Silesius meint mit den Worten: Die Gottheit ist ein Brunn, aus ihr kommt alles her und luft auch wieder hin. Drum ist sie auch ein Meer. Das Meer und flieende Gewsser bedeuten Auszeit fr mich. Welle um Welle kommt, ohne Aufhren, ob Mittelmeer oder Nordsee. Ich stehe am Ufer, hre das Rauschen, sehe das Wasser glitzern.

Ich kann nichts dazu tun, dass das Meer kommt. Nicht sorgen, was wohl sein wird, heit das fr mich. Sondern tun, was jetzt dran ist: Aufatmen. Wenn es gut luft, vergesse ich darber sogar die Namen mancher Kolleginnen und Kollegen. Meine Frau spottet dann: Dein Hirn wird kleiner! Ich antworte ihr in schrecklichem Denglish: My brain has holiday; und wir lachen zusammen. Weil es stimmt: Unser Gehirn bleibt nicht trge, wenn wir auf der faulen Haut liegen.

Hirnforscher haben das quivalent fr die Auszeit in unserem menschlichen Gehirn gefunden. Sie haben Testpersonen in einem Kernspintomografen beobachtet, die eine Aufgabe lsen sollten und sich dafr konzentrieren mussten.

Sobald die Testpersonen zielgerichtet zu arbeiten begannen, wurden ganz bestimmte Hirnregionen aktiv. Gleichzeitig haben die Synapsen an anderen Stellen im Gehirn sehr wenig gefeuert, also fast den Betrieb eingestellt. Sobald aber die Testpersonen mit dem konzentrierten Arbeiten aufhrten und zur Ruhe kamen, wurden genau jene Hirnareale aktiv, die vorher im Ruhemodus waren.

Daraus schlieen die Wissenschaftler: Wenn wir uns gut entspannen, ordnen sich die neuralen Netzwerke in unserem Gehirn neu. Dann geht das Gehirn gewissermaen in sich selbst spazieren. Ruhe, sogar Langeweile ist oft ein groer Kreativbrunnen oder ein kleines Meer. Manchmal hat man nach dem Auftauchen die besten Ideen im Kopf.

Es gilt das gesprochene Wort.

Redaktion: Pfarrer Martin Vorlnder (martin.vorlaender@gep.de)

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