Angstüberwinder

Shownotes

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Wort zum Tage im Deutschlandfunk Kultur

Pfarrer Eberhard Hadem

aus Roth

Angstberwinder 21.03.2026

ngste und Gefhle der Bedrohung haben Hochkonjunktur. Ich will sie ernstnehmen, ihnen aber etwas entgegensetzen. Denn wer sich von Angst leiten lsst, ist auch ihr Gefangener. Er will es oft nur nicht wahrhaben. Jesus hat das Phnomen einmal in einem Gleichnis beschrieben:

Wenn ein Starker gewappnet seinen Palast bewacht, so bleibt, was er hat, in Frieden. Wenn aber ein Strkerer ber ihn kommt und berwindet ihn, so nimmt er ihm seine Rstung, auf die er sich verlie, und verteilt die Beute (Lukas, 11, 21 22).

Im Bild gesprochen: Wer sich von seiner Angst bestimmen lsst, hat Mauern um sich und sein Herz gebaut. Was ihm aber wie ein wehrhafter Palast erscheint, ist in Wahrheit ein Gefngnis seiner Angst.

Ein Bekannter von mir hat es so erlebt: Beruflich erfolgreich, nette Familie, gute Freunde. Dann wurden die berstunden immer mehr, Stress, berarbeitung. Doch er tat so, als habe er alles im Griff. Noch hielt das Bollwerk, noch stand er, der Palast. Aber irgendwann war ihm alles egal: Die Arbeit, die Familie, er sich selbst. Alles sei irgendwie ber ihn gekommen, meinte er.

Er sah sich ausschlielich als Opfer, umgeben von bswilligen Menschen und schlechten beruflichen Bedingungen. Nur langsam, Schritt fr Schritt konnte er sich der Wahrheit stellen: Er selbst hatte Entscheidungen getroffen und sie als beruflich notwendigen Zwang fr sich akzeptiert. Und dabei war er immer weiter in eine Schrglage geraten, fr die war er nicht allein verantwortlich; ganz bestimmt nicht! Aber er hat sich darin verstrickt, im Machen und Zulassen.

Erst als er begann, sich nicht mehr nur als Opfer zu sehen, vernderte sich etwas. Das Strkere, das sein inneres Bollwerk berwunden hat, war eine Mischung aus einem Freund, einer Therapie, der Bereitschaft, sich selbst zu besinnen, und schrittweise der Mut, sich selbst zu berwinden.

So verstehe ich das Bild Jesu vom Starken und vom Strkeren: Jeder Mensch kann befreit werden aus seinem Bollwerk, das ein Gefngnis ist. Dazu braucht es einen Strkeren, der den vermeintlich Starken aus seiner Fixierung befreit. Wo das geschieht, sagt Jesus, ist das Reich Gottes nahe.

Es gilt das gesprochene Wort.

Redaktion: Pfarrer Martin Vorlnder (martin.vorlaender@gep.de)

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