Vom Scheitern des Scheiterns
Shownotes
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Wort zum Tage im Deutschlandfunk Kultur
Pfarrerin Jrg Machel
aus Berlin
Vom Scheitern des Scheiterns 04.04.2026
Die Sache Jesu war zu Ende. Es war ein Scheitern auf der ganzen Linie. Jesus am Kreuz den Tod eines Verbrechers gestorben unwrdig und im Stich gelassen. Von Gott vor allem. Von dem, in dessen Auftrag er gepredigt, geheilt und Wunder getan hat. Die Jnger verstreut oder eingeschlossen in der grenzenlosen Furcht, dass es nun auch sie treffen knnte.
O groe Not, Gott selbst ist tot, so dichteten sptere Generationen. Ja, so dramatisch ist dieser Karsamstag zu denken. Der Karsamstag ist ein stiller Tag totenstill. Alles scheint erledigt. Da kommt nichts mehr. Das Scheitern ist endgltig und allumfassend.
Der Karsamstag ist fr mich der Gedenktag aller Gescheiterten. Kein Licht ist am Horizont, alle Trstungen und Ermutigungen gehen ins Leere. Wie nun damit umgehen, dass ich das Dunkel des Karsamstags respektiere, ohne selbst ins Bodenlose zu sinken?
Ich kann nicht ber den Karsamstag sprechen, ohne den Ostersonntag mitzudenken. Darum rede ich heute ber das Scheitern des Scheiterns. Das mag ein unangemessener Vorgriff sein. Aber ich kann den Karsamstag nicht berstehen, wenn ich nicht diesen Vorgriff tue.
Aus meinen Einstzen als Seelsorger wei ich: Es ist gut zu schweigen, solange jemand in der Finsternis verharrt. Da gibt es wenig Sinn, von Ostern zu erzhlen, von der Mglichkeit der Hoffnung. Es gilt vielmehr, diesen Tag zu berstehen, ihn zu berleben und alles dafr zu tun, dass dieses berleben gelingt.
In dem Buch Mittagsstunde von Drte Hansen ist eine Situation beschrieben, die exemplarisch ist fr die Begleitung in den dunklen Stunden des Lebens. Heini Wischer musste seinen Hof aufgeben, eine aussichtslose Situation fr ihn. Drte Hansen schreibt: Heini Wischers Frau gab acht, dass nichts herumlag, kein Stck Tau, kein altes Kabel, sie nahm sogar sein Taschenmesser aus dem Kittel, und Heini suchte es sehr lange. (1)
Einfach da sein und Vorkehrungen treffen, damit nicht noch Schlimmeres passiert. Und an der Zuversicht festhalten: Hinter dem Scheitern kann es etwas anderes Neues geben. Diese Zuversicht braucht keine Worte. Sie zeigt sich in stillem Ausharren.
Es gilt das gesprochene Wort.
(1) Drte Hansen, Mittagsstunde, S. 272.
Redaktion: Pfarrer Martin Vorlnder (martin.vorlaender@gep.de)
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