Fußball, Radio und Gesellschaft
Shownotes
Die Andacht zum Nachlesen und -hören gibt es auch hier inklusive Download: https://rundfunk.evangelisch.de/wort-zum-tage/15628/fussball-radio-und-gemeinschaft
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Wort zum Tage im Deutschlandfunk Kultur
Pfarrer Steffen Madloch
aus Berlin
Fuball, Radio und Gemeinschaft 18.04.2026
Heute werden wieder Millionen Menschen in Stadien pilgern oder vor Bildschirmen mitfiebern. Fuball verbindet Generationen, Regionen, Freundeskreise. Schon auf dem Weg zur Arbeit hre ich Gesprche ber Aufstellungen, Chancen, Hoffnungen. Manche tragen Trikots, andere planen, wo und mit wem sie die bertragung des Spiels sehen wollen.
Das gemeinsame Fuballfieber ist kein neues Phnomen. Am 18. April 1926, also genau vor 100 Jahren, wurde im deutschen Hrfunk erstmals ein Fuball-Lnderspiel bertragen. In Dsseldorf spielte Deutschland gegen die Niederlande. Endstand 4:2.
Pltzlich konnten Menschen berall im Land gleichzeitig dabei sein. Sie hrten die Stimme des Reporters, sprten die Spannung, jubelten, bangten, hofften auch ohne im Stadion zu stehen. Ein neues Gefhl von Gemeinschaft entstand bers Radio. Menschen, die sich nie begegnet waren, teilten denselben Moment.
Diese Sehnsucht nach Zusammengehrigkeit kennt auch die Bibel. In der Apostelgeschichte heit es von den ersten Christen: Sie hielten fest an der Gemeinschaft. (Apostelgeschichte 2,42) Nicht nur an Lehre und Gebet, sondern: an der Gemeinschaft. Am Miteinander.
Denn Gemeinschaft strkt. Sie trgt durch Hhen und Tiefen. Wenn es gut luft, wird die Freude grer. Wenn es schwer wird, ist man nicht allein.
Natrlich ist Fuball nicht Glaube. Aber er zeigt etwas zutiefst Menschliches: Wir wollen Teil von etwas Grerem sein. Wir wollen Emotionen teilen. Ob im Stadion oder im Gottesdienst, Menschen suchen Verbundenheit. Vielleicht erklrt das auch, warum Public Viewing so beliebt ist. Gemeinsam jubeln fhlt sich einfach besser an als allein auf dem Sofa. Und gemeinsam enttuscht zu sein ist leichter zu ertragen.
Die Bibel sagt: Gott hat uns als Gemeinschaftswesen geschaffen. Wir sind nicht dafr gemacht, alles allein zu tragen. Nicht die Freude. Und nicht die Last.
Der Apostel Paulus vergleicht die Gemeinde mit einem Krper mit vielen Gliedern. Jeder ist anders. Jeder hat seine Aufgabe. Aber alle gehren zusammen. Wenn das Zusammenspiel gelingt, entsteht etwas Starkes. So wie eine Mannschaft nur gemeinsam gewinnt und eben auch gemeinsam verliert.
Ich liebe Fuball, wenn ich das erlebe: Fairness, Respekt, Zusammenhalt. Auch dann, wenn man unterschiedlicher Meinung ist. Wenn nicht jeder Pass gelingt. Wenn Fehler passieren.
Wenns gut luft, ist Gottesdienst fr mich wie ein Heimspiel des Glaubens. Menschen kommen zusammen, hren Gottes Wort, strken sich gegenseitig. Singen, beten, schweigen. Und gehen dann wieder hinaus ins Leben, in ihre ganz persnlichen Spiele des Alltags. Gemeinschaft macht Mut. Jesus sagt: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen. (Matthus 18,20) Ob Niederlage oder Jubel: mittendrin.
Es gilt das gesprochene Wort.
Redaktion: Pfarrer Martin Vorlnder (martin.vorlaender@gep.de)
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