Frieden und Gerechtigkeit brauchen einander

Shownotes

Die Andacht zum Nachlesen und -hören gibt es auch hier inklusive Download: https://rundfunk.evangelisch.de/morgenandacht/15580/frieden-und-gerechtigkeit-brauchen-einander

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00:00:00: Friede und Gerechtigkeit werden einander küssen.

00:00:04: Das ist ein schönes poetisches Bild!

00:00:07: Es rührt mich an, weil es eine tiefe Sehnsucht beschreibt – meine eigene und die vieler andere.

00:00:14: Aber es ist nicht nur schön — es enthält auch eine wichtige politische Weisheit.

00:00:19: Die lautet «Nur gemeinsam werden die beiden etwas.

00:00:22: Frieden und Gerechtigkeit.

00:00:25: Eines ohne das andere trägt nicht weit.».

00:00:28: Davon scheint sich die Realität jedoch geradezu entfernen.

00:00:32: Derzeit liegen eher Macht und Krieg einander in den Armen, aber das muss nicht so bleiben.

00:00:37: Frieden und Gerechtigkeit die einander küssen – dieses Bild findet sich mehrfach in der Bibel.

00:00:43: Verbunden ist es jeweils mit der Zusage ….

00:00:46: Mit Gottes Hilfe wird es geschehen!

00:00:49: Das lässt hoffen.

00:00:51: In dieser Woche gedenken unsere europäischen Nachbarn ihre Opfer im Zweiten Weltkrieg und sie feiern ihre Befreiung vom nationalsozialistischen Deutschland.

00:01:01: Den Anfang machten gestern die Niederlande, heute ist Österreich dran am Freitag Frankreich, am Samstag Russland und viele andere.

00:01:10: Am achten Mai nineteenhundertvierzig kapitulierte das besiegte Deutschland.

00:01:15: zuvor hatte es unendlich viel Unrecht Elend Leid Massenmord Und Tod gebracht über seine Nachbarn und Über sich selbst.

00:01:26: Das ist nun Eighty-Jahre her.

00:01:28: Bis vor Kurzem hätte ich gedacht, das ist kein dringendes Thema mehr!

00:01:33: Die Lehren wurden doch gezogen – keine Angriffskriege mehr, nie wieder Krieg.

00:01:38: Dafür wurden die Vereinten Nationen gegründet und das Völkerrecht vereinbart.

00:01:43: Recht sollte gelten statt

00:01:44: Macht.".

00:01:46: Dazu sagte der britische Premierminister Winston Churchill Die Vereinten Nationen wurden nicht gegründet, um uns den Himmel zu bringen sondern um uns vor der Hölle zu bewahren.

00:01:57: Die Ansprüche an die UNO waren also gar nicht so hoch aber sie bedeuteten die Chance auf eine wirkliche neue Art des Miteinanders.

00:02:06: Mit diesem Ziel wurde heute vor siebenzig Jahren zudem der Europarad gegrüntet.

00:02:11: aus ihm ging später die europäische Union hervor.

00:02:14: das Prinzip lautete überall Partnerschaft ersetzt Konkurrenz.

00:02:19: Es hat viel Gutes bewirkt.

00:02:22: Aber zur Wahrheit gehört auch, die Mächtigen haben sich darauf nie ganz eingelassen!

00:02:28: Die Großmächte beanspruchten Einflusszonen – sie schränken die Souveränität anderer ein, wann immer es ihnen passte.

00:02:35: In der DDR spürte man das deutlich… in der Bundesrepublik weniger.

00:02:40: da hatten sich viele so eng an ihre Schutzmacht geschmiegt dass sie deren Vormacht gar nicht so richtig

00:02:45: wahrnahm.".

00:02:47: Jetzt setzt diese Macht ihre Stärke unverholen ein, auch gegen Deutschland und Europa.

00:02:53: Was viele Länder der Welt längst kennen, spüren nun alle!

00:02:57: Die Lehren aus dem Zweiten Weltkrieg sind zum großen Teil verpufft – leider.

00:03:02: Nicht alle waren bereit sich dem Recht unterzuordnen.

00:03:06: Gerechtigkeit und Frieden fanden nur zu einem flüchtigen Bruder-Kuss zusammen.

00:03:11: nicht innig, noch nicht von Dauer.

00:03:16: Dennoch bleibt das biblische Bild für mich wirksam.

00:03:19: Es nähert meine

00:03:19: Hoffnung.".

00:03:21: Und es schärft meinen Blick dafür, dass sich die beiden oftmals doch schon nah sind!

00:03:26: Viele Länder halten sich ans Völkerrecht und fordern das von anderen ein.

00:03:31: Die Vereinten Nationen können Kriege kaum stoppen – aber sie können etwas tun.

00:03:36: Ihre Hilfswerke lindern täglich Not.

00:03:39: Diese Arbeit ist mehr wert als oft gesehen wird.

00:03:43: Friede und Gerechtigkeit werden einander küssen.

00:03:47: Das ist nicht nur ein Hoffnungsbild, es auch ein Auftrag.

00:03:52: Denn so schön es ist wenn zwei sich lieben für immer können sie nicht beieinander liegen.

00:03:57: Irgendwann müssen Sie aufstehen und einen Alltag daraus machen – der fällt nicht vom Himmel!

00:04:02: Den muss man sich täglich neu erarbeiten im persönlichen wie im politischen Leben.

00:04:09: Der Weg vom Konflikt zur Lösung, vorm Gegeneinander zum Miteinander folgt überall ähnlichen Schritten.

00:04:16: Es beginnt damit, einander zuzuhören und miteinander zu reden.

00:04:20: So entsteht Respekt – aus Respekt kann Vertrauen wachsen.

00:04:24: Dafür braucht es viele Menschen die mitmachen!

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