Pelikan

Shownotes

Die Andacht zum Nachlesen und -hören gibt es auch hier inklusive Download: https://rundfunk.evangelisch.de/wort-zum-tage/15643/pelikan

Transkript anzeigen

00:00:00: Jedes Jahr im Sommer lädt der evangelische Friedhofsverband von Berlinstadt Mitte zu einer Friedhofsnacht ein.

00:00:06: Besucherinnen und Besucher erleben einen außergewöhnlichen Sommerabend auf einem Friedhof mit Musik, Lichtinstallationen, künstlerischen Darbietungen – auch mit einem Glas Wein oder Saft in der Hand!

00:00:17: Sie feiern das Leben im Angesicht der Toten und ehren diese auf besondere Weise.

00:00:23: Wenn es langsam dämmert werden auf verschiedenen Routen über den Friedhof einige Verstorbene und dort Begrabene vorgestellt.

00:00:31: Berühmte Persönlichkeiten sind darunter, Menschen die etwas gegründet oder erfunden haben, Musiker, Schriftstellerinnen, Politiker – Namen, die auch Jahrhunderte nach ihrem Tod noch bekannt sind!

00:00:44: Und genauso werden verstorbene vorgestellt, deren Namen in Vergessenheit geraten sind … so wie Emilie Mirch.

00:00:52: Ihr Grabmal befindet sich auf dem Friedhof Georgen-Parochal I in der Greifswalder Straße.

00:00:58: Emilia wird von den Kindern des Ehepaars Kleinau geboren.

00:01:05: Welche Tätigkeiten ihre Eltern ausübten, ob sie selbst ein Beruf erlernte ist nicht bekannt?

00:01:10: Fest steht Ende der Eighthundertsechziger Jahre heiratet sie den viel älteren Karl August Leopold Mirsch und bekommt zwei Töchter mit ihm.

00:01:19: Es ist die Zeit des aufstrebenden Kaiserreiches.

00:01:23: Berlin erlebt ein Bevölkerungswachstum, es existieren gleichzeitig Vereländungen und Aufschwung.

00:01:29: Ein schwerer Schicksal schlag trifft die junge Familie.

00:01:49: Mirch.

00:01:56: In den Pelikanen geht die Sage, er füttere seine Jungen mit seinem eigenen Blut.

00:02:05: Dabei übergibt der in Wirklichkeit Fischreste, die er in seinem Schnabel aufbewahrt.

00:02:11: In der christlichen Tradition wurde der Pelikan zum Symbol für Jesus Christus.

00:02:15: Als Bild für den Glauben.

00:02:17: Christus hat sein Leben für andere gegeben.

00:02:21: Ich glaube zu verstehen, warum die Töchter von Emilia Merch dieses Motiv für ihre verstorbene Mutter wählten.

00:02:29: Emilia hat ihre beiden Mädchen quasi alleine durchgebracht und nicht mehr geheiratet – wenn es wirklich so war!

00:02:37: Dann hat sie sich um ihre Nachkommen hingebungsvoll gekümmert und sie versorgt als alleinerziehende Mutter Ende des neunzehnten Jahrhunderts.

00:02:45: Ihr Grabmal ehrt eine Frau, die wie der Pelikan und ihre Liebe verschenkt hat.

00:02:52: Danke, Emilia!

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