Leipziger Chatschkar

Shownotes

Die Andacht zum Nachlesen und -hören gibt es auch hier inklusive Download: https://rundfunk.evangelisch.de/wort-zum-tage/15647/leipziger-chatschkar

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00:00:00: Wo sich in Leipzig Martin Luthering und Nonnenmühlgasse kreuzen, steht seit kurzem ein rot-brauner Stein.

00:00:07: Mehr als zwei Meter hoch – ein massiver Quader mit einem kunstvoll verzierten Kreuz in der Mitte!

00:00:14: Gefasst ist es mit fein zyselierten Mustern und blattartigen Ornamenten.

00:00:19: Ranken, Flechtwerk und kunstvolle Knoten ramen alles.

00:00:24: Über dem Kreuz die Mutter Gottes mit dem Jesuskind auf dem Arm Gottvater – dazu zwei Engel.

00:00:33: Dieser Kreuzstein ist ein Hatshkar, in Armenien prägen Hatskhare seit dem neunten Jahrhundert Landschaften, Klöster und Plätze.

00:00:44: Der Leipziger Hatskhar ist Teil des deutsch-armenischen Kulturjahres Leipzig Jerewan.

00:00:51: Er wurde aufgestellt als Ort des Erinnerns zum Gedenken an den Völkermord, an Armenierinnen und Armeniern vor einhundert Elf Jahren.

00:01:01: Ich hatte mit Armenien kaum Berührungspunkte bis ich die junge quirlige Ärztin Anahit Babajan in einem Gottesdienst in der Leipziger Nikolaikirche kennengelernt habe.

00:01:12: Mich beeindruckt wie sie von ihrer armenischen Herkunft erzählt von einem Land, das seit über ein- tausend siebenhundert Jahren an seiner christlichen Hoffnung auf Gott festhält.

00:01:24: Wenn ich Anahit Babajan zuhöre, merke ich – es gibt eine weltweite christliche Verbundenheit!

00:01:31: Die Menschen in Armenien sind auch meine Glaubensgeschwister.

00:01:36: In dem kleinen Land zwischen Georgien, Iran und der Türkei wird das Christentum bereits im Jahr dreihunderteins

00:01:43: Staatsreligion.".

00:01:45: Hundert Jahre später begründet ein Mönch das armenische Alphabet, damit die Bibel übersetzt werden kann.

00:01:51: Bis heute gehört der christliche Glaube zur Identität des armenischen Volkes – doch diese Identität ist immer wieder bedroht worden!

00:02:00: Im Osmanischen Reich ebenso wie in der Gegenwart durch Konflikte mit dem post-Sovietischen Azerbaijan oder durch islamistische Kämpfer aus dem Nahen Osten.

00:02:11: Der Völkermord an den Armeniern während des Ersten Weltkriegs ist vielleicht das bekannteste Beispiel, aber nur eines von unzähligen Kräulen die dieses Volk erlitten hat.

00:02:22: Menschen ermorden ihre Kultur vernichten – das geht schrecklich oft Hand in Hand!

00:02:29: Auch die armenischen Kreuzsteine wurden viele Orts systematisch zerstört.

00:02:35: Nun steht ein Hatchkar mitten in Leipzig nahe der neuen Probsteikirche Sankt Trinitatis.

00:02:42: Eine junge Kirche neben einem Kreuzstein, der von ein- tausend siebenhundert Jahren Christentum erzählt.

00:02:49: Moderne und Geschichte – Gedenken und Gegenwart gehören zusammen!

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