Jesus mit der Isomatte
Shownotes
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00:00:00: Vor ein paar Wochen war ich in Vilnius.
00:00:03: Die Hauptstadt von Litauen liegt ganz im Süden der drei baltischen Staaten, Litauen, Lettland und Estland.
00:00:10: Nicht nur in Leipzig und vielen ostdeutschen Städten gab es eine friedliche Revolution.
00:00:15: Bereits am August neunundachtzig haben Balton eine sechshundert Kilometer lange Menschenkette von VilniUS bis zum estnischen Tallinn im Norden gebildet.
00:00:27: Sie haben die Unabhängigkeit von der Sowjetunion gefordert.
00:00:30: Der baltische Weg oder die singende Revolution hat den friedlichen Wandel hin zur Demokratie geebnet.
00:00:38: Wenius ist heute eine junge Stadt mit einer großen Universität, zahlreiche weltweit tätige Unternehmen haben sich hier angesiedelt.
00:00:45: Die Stadt atmet Historie ebenso wie Modernität und Fantasie Szene Cafés, die ohne Murren einen ganzen Vormittag als Co-Working Space genutzt werden.
00:00:57: Museen, viele Kirchen, grünen Anlagen und Restaurants.
00:01:02: Jerusalem des Nordens wurde Vilnius früher genannt weil große Teile der Bevölkerung ehemals jüdisch waren so auch der Stadtteil Jenseits der Vilnia.
00:01:13: einige Brücken führen über diesen Fluss Der Dysiedlung wie eine Halbinsel umarmt Jenseits des Flusses, so nennt sich der Stadtteil Usupis.
00:01:23: Unter dem NS-Terror wurden Juden dort vertrieben oder getötet.
00:01:28: Nach dem Zweiten Weltkrieg blieben Straßen und Häuser zur Sowjetzeiten leer.
00:01:33: Kriminelle, obdachlose oder ausgestoßene fanden Zuflucht in dieser Parallelwelt.
00:01:44: Freiheit wurde Neubuch stabiert und zugründete man am ersten April, die Freie Republik Usupis.
00:01:53: Klingt als wäre es ein Antistaat von Radikalen – ist aber so ziemlich genau das Gegenteil davon!
00:02:00: Eher ein Aprilscherz der künstlerische Freiheit ebenso feiert wie nationale Diversität und Lebensrecht für jede und jeden auch und gerade für Schrägentypen.
00:02:11: Die Freie Republik Osupis hat sich sogar eine Verfassung gegeben.
00:02:15: Sie ist eher ein offenes Kunstwerk, als eine verbindliche Rechtsordnung.
00:02:20: Sie findet sich auf zahlreichen silbernen Wandtafeln die in verschiedenen Sprachen nebeneinander an einer Mauer hängen.
00:02:27: In den Tafeln sind nicht nur die Grundsätze eingraviert man kann sich auch darin spiegeln so dass jedem der davor steht seine Rechte ins Gesicht geschrieben stehen.
00:02:38: Ich lese Jeder Mensch hat das Recht, beim Fluss Willniger zu leben und der Fluss hat das recht an jedem vorbei zu fließen.
00:02:46: Jeder Mensch hatte das Recht Fehler zu machen einzigartig zu sein, zu lieben nicht geliebt zu werden aber nicht notwendigerweise.
00:02:55: Jeder Menschen hat dasrecht gewöhnlich und unbedeutend zu sein.
00:02:59: jeder Mensch hat es recht zu sterben ist jedoch hierzu nicht verpflichtet.
00:03:04: Diese künstlerische Verfassung besteht vor allem aus positiven und lebensklugen Aussagen.
00:03:10: Es gibt nur wenige negative Formulierungen.
00:03:13: Kein Mensch hat das Recht, Gewalt auszuüben, kein Mensch hat es recht nach der Ewigkeit zu trachten – offensichtlich gilt es sich mit der eigenen Endlichkeit abzufinden!
00:03:24: Und alles schließt mit den Worten «Jeder Mensch hat dass Recht keine Angst zu haben, lass dich nicht unterkriegen, schlag nicht zurück, gib nicht auf».
00:03:33: Besonders für Benachteiligte und Menschen ohne Obdach sind diese Sätze geschrieben.
00:03:39: Sie erinnern mich an die Selichpreisungen Jesu, sie nehmen die in den Blick, die auf der Schattenseite stehen.
00:03:45: gerade ihnen – gilt ein besonderer Segen!
00:03:48: Jesus sagt, selisch sind die sanftmütigen, die verfolgten, die traurigen, Die hungrigen, sie werden einmal die Glücklichen sein, die gesegneten.
00:04:00: Und so ist ja auch nicht weit Jesus.
00:04:03: Eine Christusfigur steht unmittelbar am Fluss Wilniar in einem Hinterhof, eine Skulptur mit ausgebreiteten Armen wie zum Kreuz geformt.
00:04:12: Auf dem Rücken trägt Jesus einen Rucksack und eine zusammengerollte Isomatte.
00:04:17: Jesus war Wanderprediger – er hatte keinen festen Ort wo er sein Haupt hinlegte.
00:04:23: Er war besonders däne nah die Jenseits des Flusses, jenseits der etablierten Welt
00:04:29: leben.".
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