Festlose Zeit

Shownotes

Die Andacht zum Nachlesen und -hören gibt es auch hier inklusive Download: https://rundfunk.evangelisch.de/morgenandacht/15835/festlose-zeit

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00:00:00: Jetzt beginnt wieder die festlose Zeit.

00:00:03: In der evangelischen Kirche werden die Sonntage von nun an bis in den Herbst einfach durchnummeriert, es sind die Sonnteige nach Trinitatis und je nach Termin des Osterfestes können da zwanzig- bis vierundzwanzigsonntage zusammenkommen ohne dass es einen besonderen Höhepunkt zu feiern gibt außer vielleicht Erntedank und Ewigkeitsonntag.

00:00:25: Manchmal versuche ich mir vorzustellen, wie unser Leben aussehe, wenn der Rhythmus des christlichen Festkalenders unsere Zusammenleben nicht mehr prägt.

00:00:34: Wie wäre es, wenn die großen Feste mit doppelten Feiertagen wie Weihnachten, Ostern und Pfingsten wegfielen?

00:00:41: Und auch die, die uns dann-und wann ganz nette Brückentage verschaffen, weil sie am Donnerstag liegen – wie Christi Himmelfahrt!

00:00:49: Gar nicht zu reden von den Sonntagen, Vierundzwanzig Sieben würde herrschen, rund um die Uhr sieben Tage in der Woche arbeiten.

00:01:01: Ganz unwahrscheinlich ist es nicht dass dieses Gedankenexperiment Wirklichkeit wird.

00:01:06: Extremistische Parteien pochen darauf das die Kirche sich aus der Gesellschaft herauszuhalten habe.

00:01:13: Die Mitglieder der Kirchen werden sowieso immer weniger.

00:01:16: wozu dann noch christliche Sonnen- und Feiertage?

00:01:19: Natürlich können gesetzliche Regelungen auch ohne religiöse Begründung getroffen werden, dass jeder Mensch nur sechs oder fünf Tage in der Woche arbeiten muss.

00:01:29: Wenn alle sich das frei wählen könnten wäre es wahrscheinlich volkswirtschaftlich am effektivsten!

00:01:34: Wir denken ja gerade wieder neu über mehr Brutto-Sozialprodukt nach.

00:01:39: Aber wenn es keinen gemeinsamen Wochenrhythmus mehr gibt würden auch solche Effekte auf der Strecke bleiben wie Freitag ab eins – da macht jeder seins….

00:01:48: Und TGIF, thanks God it's Friday.

00:01:53: Der Freitag würde sich genauso anfühlen wie der Montag – kein kollektives Bewusstsein in der Luft dass das Wochenende sich naht!

00:02:02: Der Mensch ist eben nicht nur ein Einzelner sondern schwimmt auch mit in einem Empfinden für Gemeinschaft.

00:02:08: Das tut der Seele gut weil die Individualisierung uns auch gesellschaftlich immer mehr an Grenzen führt.

00:02:16: Du sollst den Feiertag Heiligen übersetzt, Martin Luther in seinem kleinen Kategismus das jüdische Sabbatgebot.

00:02:22: Der Rhythmus aus sechs Werk und einem Feiertage scheint grundsätzlich lebensdienlich zu sein.

00:02:28: Das ist nicht nur gesund für das Wohlergehen des Einzelnen – es ist hilfreich im Zusammenleben einer

00:02:34: Gesellschaft.".

00:02:35: Den Feiertags Heiligen heißt außerdem «Es gibt herausgehobene Tage die sind vor dem Zugriff anderer Interessen und Mächte geschützt».

00:02:45: Der Staat und die Gesellschaft erkennen an, es gibt Grenzen der Verzweckung und der Verfügbarkeit.

00:02:51: Denn Leben besteht nicht nur daraus effizient und produktiv zu sein – zum Leben gehören auch Ruhe und Feiern Besinnung und Inspiration.

00:03:01: Du sollst den Feiertag heiligen Heiligen bedeutet.

00:03:05: ja ich halte etwas in Ehren.

00:03:07: Was ist mir letztlich wichtig im Leben?

00:03:11: Ein Instrument, der Sport, Natur oder Museum?

00:03:20: Wann und wo durchgebe ich diesen Werten?

00:03:23: Zeit und Raum.

00:03:25: Das ist eine wichtige Gestaltungsaufgabe!

00:03:28: Der bisherige Festkalender öffnet für diese Fragen ein Fenster auch für Menschen die nicht religiös gebunden sind.

00:03:36: In der sekularen Öffentlichkeit werbe ich deshalb für die Beibehaltung des christlich-rhythmisierten Festkalenders in unserem Land.

00:03:43: Innerhalb der Kirche liegt mir am Herzen, dass wir gläubigen Menschen die Kostbarkeiten des christlichen Glaubens an den Sonntagen feiern und im Alltag auch für andere lebendig werden lassen.

00:03:55: Andernfalls verdunstet unser Glaube und auch die gesellschaftsprägende Kraft, die daraus erwächst – und das wäre ein Verlust!

00:04:03: Denn jeder Sonntag ist das Geschenk du bist frei.

00:04:07: Frei von dem was deine Arbeitswoche sonst bestimmt?

00:04:11: Frei was deiner Seele gut tut.

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