Eine Heldenreise
Shownotes
Die Andacht zum Nachlesen und -hören gibt es auch hier inklusive Download: https://rundfunk.evangelisch.de/morgenandacht/15836/morgenandacht
Transkript anzeigen
00:00:00: Eine meiner Lieblingsgeschichten in der Bibel ist die von Jakob.
00:00:03: Ich meine den Zwillingsbruder von Esau, dem zweitgeborenen.
00:00:08: Er soll sich bei der Geburt an der Ferse seines Bruders festgehalten haben – der Zweite zu sein, das war sein Schicksal!
00:00:16: Wenn es um die Zukunft ging, um das Erbe stand ihm sein Bruder immer im Weg.
00:00:21: Esau würde die Zukunft der Familie sichern — Jakob war lediglich die Reserve.
00:00:27: Lange war das nur ein Gefühl, dann wurde es ernst.
00:00:31: Als der blinde Vater im Sterben liegt und er den Segen der Vorfahren an seinen Erstgeborenen weitergeben will, da schiebt Jakob sich nach vorn.
00:00:40: Esau ist gerade auf dem Feld bei der Arbeit immer fleißig, immer pflichtbewusst – Das ist die Chance!
00:00:47: Jakob zieht sich Esaus Kleidung an, schiebt sich einen Fell über die Arme weil sein Körper nicht so behaart ist wie der von Esau.
00:00:55: jetzt riecht er wie sein Bruder führt sich an wie sein Bruder und nimmt dessen Platz am Sterbebett ein.
00:01:02: Der Vater ist kurz irritiert, aber er gibt ihm den Segen – und dann nichts wie weg!
00:01:08: Denn damit würde Esau nicht leben können, einfach so ausgetrickst zu
00:01:13: werden.".
00:01:14: Jakob macht sich auf die Flucht zu seinem Onkel.
00:01:17: Er hat viel Land und große Herden.
00:01:19: Dort würde sich sicher Arbeit finden.
00:01:22: So liegt Jakob auf seinem Fluchtweg nachts in der Einsamkeit Mutter seelen allein, erschöpft und ein bisschen verzweifelt.
00:01:31: Wozu das Ganze denkt er als ihm die Augen zufallen?
00:01:35: Zurück geht es nicht mehr – Er hatte eine Schwelle überschritten Und jetzt muss er den Weg zur Ende gehen.
00:01:41: In dieser Nacht träumt Jakob von einer Himmelhuhnleiter Auf der Engel auf und niedersteigen.
00:01:47: Oben steht Gott und spricht Ich bin mit dir und will dich behüten.
00:01:52: Ein Segen für seinen Weg trotz allem.
00:01:55: Ich habe eine Ikone von der Himmelsleiter auf einem Holztäfelchen aus Jerusalem, kleiner als ein Domino Stein.
00:02:03: Ein Segen zum Mitnehmen für die
00:02:05: Jackentasche.".
00:02:06: Der Literaturprofessor Joseph Campbell hat sich mit Mythen Märchen und Geschichten beschäftigt – er hat festgestellt dass die Lebensreisen von denen da erzählt wird ganz ähnlich sind!
00:02:18: Ein Held in tausend Gestalten heißt das Buch über die Heldenreise, das ja neunzehnhundertneinundvierzig geschrieben hat.
00:02:26: Das Grundmuster der Helden-Reise sieht so aus – wir werden herausgerufen aus dem Gewohnten und finden Mentorinnen, die uns über die Schwelle begleiten!
00:02:37: Wir müssen Prüfungen und Kämpfe bestehen, dann treten wir den Rückweg an mit allem was wir erreicht
00:02:43: haben.".
00:02:44: Wir müssen noch einmal eine Schwelle überschreiten, uns auseinandersetzen mit unseren Schatten und unserer Sehnsucht.
00:02:51: So ging es auch mit Jakob weiter – bei seinem Onkel ist er erfolgreich, heiratet dessen Töchter und erreicht alles wovon er zu Hause geträumt hatte.
00:03:01: Er isst ein gemachter Mann aber seinen Bruder hat er
00:03:04: verloren.".
00:03:05: So wächst in ihm die Sehmsucht nochmal nach Hause zu finden?
00:03:09: Nein nicht einfach zurück!
00:03:11: Er ist längst ein anderer geworden auf der Reise, aber er muss über den Fluss hinter dem sein Elternhaus liegt.
00:03:19: Noch einmal muss er eine Schwelle überschreiten dieses Mal mit Frauen und Kindern und all seinen Herden.
00:03:25: Ich stelle mir vor wie nervös er war – wie angespannt!
00:03:29: Und ich verstehe dass er zunächst allein los ging.
00:03:32: In der Nacht hat er vor Jahren die Himmelsleiter mit den Engeln
00:03:36: gesehen.".
00:03:37: Jetzt kämpft er nachts noch einmal mit seiner Schuld und um den Segen.
00:03:43: Eine Gestalt taucht im Fluss auf und attackiert ihn, ist es Gott oder ein Dämon, mit dem Er kämpfte?
00:03:50: Als er am frühen Morgen ans andere Ufer tritt hängt er – und erträgt einen neuen Namen!
00:03:58: Am Ende der Reise wird aus Jakob Israel.
00:04:02: Er ist weit gegangen, hat Kränkungen erlebt und Verletzungen.
00:04:06: so dünnhäutig geworden kann er sich endlich mit Esau versöhnen.
00:04:11: Gesegnet sein!
00:04:12: Das ist in Jakobs Geschichte mit Fehlern verbunden – mit Verletzung und Versöhnung, mit Scheitern und Glück.
00:04:19: Um ein Held oder eine Helden zu sein muss man nicht immer nur stark sein, man kann sogar hinken.
00:04:25: Das macht mir Mut mich auf meine eigene Lebensreise
00:04:29: einzulassen.".
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