Das Weite suchen
Shownotes
Die Andacht zum Nachlesen und -hören gibt es auch hier inklusive Download: https://rundfunk.evangelisch.de/morgenandacht/15839/morgenandacht
Transkript anzeigen
00:00:00: Eine alte Geschichte erzählt von drei Mönchen, die seit Jahren zufrieden in ihrem Bergkloster leben.
00:00:07: Jeden Morgen sehen sie hinter den Bergen die Sonne aufgehen bis sich ihr Licht über das ganze Land ergießt und jeden Abend können Sie beobachten wie es dunkel wird wenn die Sonnen hinter dem Haus verschwindet.
00:00:20: aber wohin geht das Licht in der Nacht?
00:00:24: Eines Tages sagen sie zueinander wir haben die Welt nie gesehen.
00:00:28: Wie können wir über Schönheit und Weisheit sprechen, wenn wir nur diesen einen Ort kennen?
00:00:34: Also packen Sie Ihre Sachen und ziehen los!
00:00:37: Viele Jahre wandern sie durch fremde Länder.
00:00:40: Sie stehen vor den schneebedeckten Tempeln in Tibet, laufen durch die Wüsten Arabiens, bestaunen die goldenen Paläste Indians und die Kirschblöten Japans.
00:00:50: Doch je mehr die Mönche sehen, desto unruhiger werden
00:00:54: sie.".
00:00:54: Auf ihrem Weg haben sie Kirchen und Klöster, Tempel und Moscheen gesehen.
00:00:59: Aber auch großes Elend – Krankheiten, Hunger und Armut!
00:01:03: Und immer wieder Menschen die zupacken und helfen.
00:01:06: Schließlich werden Sie müde.
00:01:09: Nicht nur Ihre Beine sind müde, nicht nur Ihre Rücken können die Lasten nicht mehr tragen.
00:01:14: Nein, Ihre Augen sind müda, müde von all der Schönheit.
00:01:18: Und Ihre Köpfe und Herzen von den vielen Fragen wer ist denn nun Gott?
00:01:23: Was macht unser Leben hell?
00:01:25: Und was sollen wir tun, wenn es dunkel
00:01:27: wird?".
00:01:28: Da entdecken sie ein kleines Bergkloster.
00:01:31: Hinter dem gerade die Sonne untergeht – der Mond steht schon über den Dach Der Brunnen im Hof plätschert und der Duft von Zedern hängt in der Luft.
00:01:41: Es ist ihr Zuhause!
00:01:43: Der älteste Mönch atmet tief und sagt Hier ist alles, was wir gesucht haben.
00:01:48: Wir mussten nur gehen um das zu sehen.
00:01:52: Fiesen geht es wie den drei Mönchen.
00:01:54: Sie machen sich auf, um neue Perspektiven zu gewinnen – manche wandern den Jakobsweg entlang wenn sie nach Antwort auf ihre Fragen suchen.
00:02:03: Nach einer Krankheit bei einer schweren Diagnose am Anfang eines Lebensabschnitts.
00:02:09: Sie pilgern nach Santiago de Compostela oder einfach ein Stück des Weges dahin durch Spanien in Frankreich oder auch in Deutschland.
00:02:17: Für den Jakopsweg muss man nicht katholisch
00:02:20: sein.".
00:02:21: Auch Christinnen anderer Konfessionen, Glaubende wie Suchende machen sich auf.
00:02:26: Pilgerwege zu einem Heiligtum kennen viele Religionen von Jerusalem bis Mecca.
00:02:31: Religionen sind wie Glasfenster hat der Benediktiner Mönch und Sehmeister Williges Jäger gesagt.
00:02:38: Wir sollten nie vergessen dass nicht das Glasfenstler das Letzte ist sondern das Licht das dahinter leuchtet.
00:02:47: Während die einen nach Santiago pilgern gehen andere auf Kreuzfahrt sowie früher die jungen Männer auf die große Tour geschickt wurden, wie Goethe nach Italien reiste.
00:02:57: Sie lernen andere Landschaften und Kulturen kennen immer auf der Suche nach dem Licht.
00:03:03: Sie entdecken alte Klöster in Griechenland, buddhistisches Tupas im Heiland, Iconen- und Gebietsglocken – und kommen mit neuen Fragen zurück.
00:03:14: Was wissen wir von der Welt?
00:03:16: Was wissen Wir von Gott?
00:03:17: Wo finden wir
00:03:18: ihn?"?
00:03:19: In goldenen Tempeln an weiten Sandstränden oder zu Hause, wo wir zusammensitzen und ehrlich miteinander sprechen?
00:03:28: Nun gibt es ja nicht nur die Reisen- und Pilgerwege, die wir bewusst suchen.
00:03:33: Manche hat ihre Arbeit in andere Länder geführt – manche die Liebe!
00:03:38: Manche sind geflogen oder wurden vertrieben.
00:03:41: Nicht alle können dahin zurückkehren, wo sie herkamen wie die drei Mönche … Und manche wollen das gar.
00:03:50: Aber jede Lebensreise kann zur Pilger-Reise werden, unterwegs zu fremden Welten.
00:03:56: Auf der Suche nach Gott!
00:03:58: Die Hütte in der Religion auf die der Mensch im Zyklus des Lebens immer wieder trifft sind nur vorläufige Herrbergen, schreibt der zürcher Theologe Ralf Kunz.
00:04:09: Sie schützen weil sie von der Hütthe Gottes bei den Menschen erzählen und ihm die Gewissheit schenken – die Reise ist noch nicht zu
00:04:17: Ende.".
00:04:18: Aber irgendwann kommen wir nach Hause.
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