Welt-Zuhör-Tag

Shownotes

Die Andacht zum Nachlesen und -hören gibt es auch hier inklusive Download: https://rundfunk.evangelisch.de/morgenandacht/15845/welt-zuhoer-tag

Transkript anzeigen

00:00:00: Da sitzen sie an einem Samstag im Juli auf dem Platz der alten Synagoge vor dem Theater Dortmund.

00:00:05: Einhundert Personen je zu zweit an kleinen Tischen, und sie reden oder vielmehr hören zu – eineinhalb Stunden lang!

00:00:13: Denn auch wenn die Aktion heißt »das Rohrgebiet spricht« so ist das Zuhören hier das Thema.

00:00:19: Das passt doch zum heutigen Weltzuhör-Tag.

00:00:22: »Das Rohr Gebiet Spricht« ist eine Initiative von vier evangelischen Stadtkirchen Bochum, Dortmund, Duisburg und Essen.

00:00:29: Vorbild ist das erfolgreiche Format Deutschland spricht, der Zeitverlagsgruppe.

00:00:34: Menschen die ganz unterschiedliche Meinungen haben kommen zu einem offenen Gespräch zusammen.

00:00:39: Am Ende muss sich die Meinung des Anderen nicht gut heißen aber vielleicht verstehe ich besser warum er sie

00:00:44: vertritt.".

00:00:46: Eine Initiatur in der Aktion Stadtkirchenfahrerin Susanne Kameyer sagt, »Bem Zuhören geht es ja um innere Gastfreundschaft.

00:00:53: Ich gebe einem anderen den ich gar nicht kenne einen Raum«.

00:00:57: Es geht nicht darum, jemanden zu überzeugen oder klug zu argumentieren.

00:01:01: Sondern ums Erzählen und Zuhören – ein Gespräch ohne Druck!

00:01:05: Dann kriege ich mit ….

00:01:06: Da hat eine eine andere Sicht auf die Dinge als ich… Und sie ist mir vielleicht trotzdem sympathisch?

00:01:12: Wir haben sogar etwas

00:01:13: gemeinsam!".

00:01:14: Susanne Kamaya beschreibt auch eine andere Erfahrung.

00:01:18: oder was mich irritiert, kann ich aushalten.

00:01:20: Ich muss nicht immer gleich darauf reagieren!

00:01:22: Ich nehme das erst mal nur wahr und gebe im Gegenzug der anderen Person Anteil an meiner Welt und meiner Sicht der

00:01:28: Dinge.".

00:01:30: »Kann das klappen?« frage ich mich – «Ja, schon zweimal hat das Ruhrgebiet Spricht stattgefunden.

00:01:36: Praktisch läuft das so.

00:01:37: Bei der Anmeldung im Internet beantworte ich ein paar Fragen über meine Meinung zu aktuellen lebensrelevanten oder politischen Themen.

00:01:44: Zum Beispiel fühlst du dich im Ruhrgebiet sicher?

00:01:48: Sollten Kinder unter vierzehn Jahren Zugang zu Social Media haben?

00:01:52: Beeinflusst der Klimawandel deine Entscheidungen im Alltag?

00:01:56: Wird künstliche Intelligenz unser Leben

00:01:58: verbessern?".

00:02:00: Aufgrund meiner Antworten wird jemand gesucht, der andere Ansichten hat als ich.

00:02:05: Manche haben all ihren Mut zusammengenommen um teilzunehmen, weil sie sonst nicht so gern mit fremden Menschen sprechen.

00:02:11: Anderen macht genau das Spaß – Sie suchen nach einem kontroversen Austausch!

00:02:16: Viele haben nach eineinhalb Stunden weitergesprochen, sind noch gemeinsam in einen Café gegangen und haben sogar Kontakt gehalten danach.

00:02:24: Pfarrerin Susanne Kamaya sagt – Das Projekt zeigt es ist möglich das wir uns verständigen!

00:02:30: Da kommen hundert Welten zusammen.

00:02:32: die gehen nach dem Gespräch verändert weiter und beeinflussen wieder weitere Welten.

00:02:37: Wir öffnen uns füreinander und bilden ein Netzwerk im ganzen Ruhrgebiet.

00:02:41: Miteinander reden, so Susanne Carmeyer macht Demokratie aus.

00:02:46: Die Aktion ist ein Hoffnungszeichen in sich.

00:02:48: Menschen öffnen sich füreinander – es ist möglich trotz konträrer Meinungen etwas zu finden was andeinander verbindet!

00:02:55: Es ist möglich die Blase der Gleichgesinnten zu verlassen um mit jemandem face to face von Angesicht zu Angesich zu reden mit dem oder der ich sonst nichts zu tun hätte.

00:03:05: In der Bibel steht, jeder Mensch soll schnell bereit sein zuzuhören aber er soll sich Zeit lassen, bevor er selbst etwas sagt oder gar in Zorn gerät.

00:03:15: In einer anderen Bibelübersetzung klingt das so – seit sofort bereit jemandem zuzuhören, aber überlegt genau bevor ihr selbst redet und hütet euch vor unbeherrschten Zorn!

00:03:26: Das nehme ich mir zu Herzen nicht nur für die Aktion, dass Ruhrgebiet spricht auch für die Gespräche, die ich heute haben werde.

00:03:33: mehr zuhören als selber reden erst überlegen, bevor ich etwas im Zorn sage und nicht schon alles vorher wissen sondern mich überraschen lassen.

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