Morgenlied
Shownotes
Die Andacht zum Nachlesen und -hören gibt es auch hier inklusive Download: https://rundfunk.evangelisch.de/wort-zum-tage/15759/morgenlied
Transkript anzeigen
00:00:00: Betkinderbet.
00:00:01: morgen kommt der Schwed.
00:00:04: Als schwedische Soldaten durch Mitteleuropa zogen und kaiserliche Truppen auch, als evangelische gegen die katholischen Kämpften da sangen Mütter ihren Kindern dieses Lied – nicht das später gewohnte Schlafkindleinschlaf!
00:00:21: Ihre Angst vor dem Morgen brach sich Bahn in der Kriegsvariation betkinderbeet.
00:00:26: morgen kommt das Schwed.
00:00:29: begonnen hatte das Elend mit dem Prager Fenstersturz vor mehr als vierhundert Jahren.
00:00:34: Es folgte eine Horrorzeit über drei Jahrzehnte, die Schrecken des dreißigjährigen Kriegs noch in den Knochen und in der Seele dichtete der geistliche Paul Gerhard gegen das Entsetzen ein Morgenglied, lobet den Herren alle, die ihn ehren.
00:00:52: Gott loben, wo es von außen betrachtet wenig Grund zu loben gab?
00:00:58: Wo nahm er diese Glaubenskraft her, die seit dem Menschen in allen Lebenslagen im Kriegs- und Friedenszeiten tröstet untermutigt?
00:01:07: Paul Gehrt ermundert am frühen Morgen Gott zu loben, weil wir doch am Leben sind.
00:01:13: Und Händen und Füße, Zungen und Lippen regen können!
00:01:18: Was wir nichts anderem zu danken haben als Gottes reichem
00:01:21: Segen.".
00:01:22: Polgärt und Designen wissen genau, wie wenig selbstverständlich dies ist.
00:01:28: Das Dieb-und Räuber unser Gut-und Leiber nicht angetast und grausamlich verletzet – und dass es nicht gebrannt hat!
00:01:37: Dass Feuer flammen uns nicht all zusammen mit unseren Häusern unversehnt gefressen, das macht's, daß wir in seinem Schoß gesessen Und nach jedem Fers ein Halleluja lobet den Herrn.
00:01:51: In seinem Roman Till hat der Schriftsteller Daniel Kielmann Bilder aus dem dreißigjährigen Krieg gezeichnet.
00:01:59: Darin klagt etwa da ab vom Kloster Andex, einem Gast – wie hungrig alle seien und voller Angst vor dem Wolf und vor der Pest!
00:02:09: Es haben ja etliche Ortschaften erlebt, dass erst die eine Soldaten kamen und dann die anderen Soldaten kommen und dann nochmals die einen und sie raupten und zerstörten und mordeten.
00:02:19: Es machte keinen Unterschied, von welcher Seite die Soldaten kamen.
00:02:22: Die Menschen waren ohne Halt und maßlos ihre
00:02:25: Untaten.".
00:02:26: So schließt er ab mit den Worten – nur wenn man sich daran erinnert hat all das Leiden einen Sinn gehabt!
00:02:34: Ich erinnere an die Kraft, die den geistlichen Paul Gerhard immer wieder durch des dunkel-bitterer Lebenserfahrung in das Licht des Glaubens hinein singen lässt.
00:02:45: Und wo wir schwach sind, dichtet Paul Gerard da gibt Du uns stärke, um auch diese Strophe zu beenden wie jede andere Strophe dieses Liedes Lobet den Herren.
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