Leichtigkeit
Shownotes
Die Andacht zum Nachlesen und -hören gibt es auch hier inklusive Download: https://rundfunk.evangelisch.de/wort-zum-tage/15762/leichtigkeit
Transkript anzeigen
00:00:00: In seinem Roman Till hat der Schriftsteller Daniel Kielmann den berühmten Till-Eulen-Spiegel einfach mal in die Zeit des dreißigjährigen Krieges versetzt.
00:00:12: Till ist er nahe, der den Herrschenden und den ganz normalen frei drauf zusagt wie er die Dinge sieht.
00:00:22: Til Ulenspiegel über uns drehte sich langsam und nachlässig, nicht wie einer der in Gefahr ist sondern wie eine der sich neugierig umsieht.
00:00:34: Der rechte Fuß stand längst auf dem Seil, der linke quer die Knie waren ein wenig gebeugt und die Fäuste in die Seiten gestemmt Und wir alle, die wir hoch sahen, begriffen mit einem Mal was Leichtigkeit war.
00:00:50: Wir begriffenen wie das Leben sein kann für einen der wirklich tut, was er will und nichts glaubt und keinem gehorcht!
00:01:00: Ob Paul Gerhard der Dichte und Pfarrer dieser Zeit solch ein Gefühl im Sinn hatte leicht zu sein frei zu sein als er des Weihnachtsgedicht schrieb.
00:01:11: Fröhlich soll mein Herz gespringen.
00:01:14: Leichtigkeit stand ihm nicht einfach so zur Verfügung.
00:01:17: Die Schatten des dreißigjährigen Krieges, den er selbst erlebt und erlitt, lagen auf ihn wie auf nahe zu allen seiner Zeit genossen.
00:01:26: Im Glauben aber hat er sich so frei gefühlt, wie es im rauen Alltag nie möglich war!
00:01:32: Ich verbinde mal Paul Gerr, Weihnachtsgedicht mit der Leichtigkeit die er Sommer schenken kann.
00:01:38: Ein Herz das ein paar Extrasystolen hüpft.
00:01:41: Fröhlich soll mein Herzen springen dieser Zeit davor freut – alle Engel singen!
00:01:48: Diese Zeile ist ein genialer Einstieg.
00:01:51: Kongenial von den Berliner Kantor Johann Krüger in fortstürmende Melodie gefasst.
00:01:57: Munter geht's zu, die gläubigen Laufen in großen Haufen.
00:02:01: brennende Liebe leuchtend das Stern.
00:02:03: Zum Schluss aber wird es ganz innig!
00:02:06: Still ein Weihnachtsgeheimnis schimmert auf.
00:02:10: Ich will dich mit Fleiß bewahren Ich will dir leben hier Dir will ich hinfahren.
00:02:18: Mit dir – und jetzt kommts – Mit dir will ich endlich schweben voller Freude, ohne Zeit dort im anderen Leben.
00:02:29: Der hat leicht zu sein!
00:02:31: Das ist also ein Angeld auf das große Schwäben der Einst.
00:02:36: Schon der Ausblick macht froh, dass dort im andern Leben es schwebend gleichzugehen wird – das hilft konkret in der bleiernden Schwere der Kriegs- und Nachkriegsjahre Paul Gerhards.
00:02:50: Und bis heute hin werden Menschen leicht wenn sie mitsingen.
00:02:53: Mit dir will ich endlich schweben.
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