Eiszeitmuseum
Shownotes
Die Andacht zum Nachlesen und -hören gibt es auch hier inklusive Download: https://rundfunk.evangelisch.de/morgenandacht/15854/eiszeitmuseum
Transkript anzeigen
00:00:00: Am Rande des Dorfes meiner Kindheit stand eine Eiche, von der sagte man sie sei schon über tausend Jahre alt.
00:00:07: Man erzählte sich auch das Friedrich der Große dort gerastet habe als er von Potsdam kommend in die Schlacht bei Kunersdorf zog.
00:00:17: ich zweifle an beiden Überlieferungen aber dieser mächtige Baum lud tatsächlich dazu ein Geschichten zu erzählen.
00:00:25: In jedem Fall war er der älteste lebendige Zeuge in meiner Heimatregion.
00:00:32: Immer wieder haben Sturme in der mächtigen Krone gewütet, aber sie konnten ihrer majestätischen Schönheit nichts anhaben!
00:00:42: Bei jeder Fahrt in die Stadt kam ich an ihr vorbei und wurde von ihr begrüßt, wenn ich heimkehrte.
00:00:49: Kurz vor der Jahrtausendwende allerdings hat die Eiche ein Blitzeinschlag gefällt – Sie waren nicht mehr zu
00:00:56: retten.".
00:00:58: Noch heute bereitet es mir Schmerzen, wenn ich auf das Buschwerk sehe, dass ihren Platz inzwischen einnimmt.
00:01:07: Als Kind war ich oft dabei, wenn wir im Frühjahr auf den Feldern Steine gelesen haben, damit die Maschinen bei Aussaat und Ernte nicht beschädigt werden.
00:01:17: Gleichzeitig waren die Steine das Material um Wege-und-Höfe zu pflastern.
00:01:23: Ich wunderte mich, wie es sein kann, dass alljährlich Steine oben lagen, obwohl wir doch im Vorjahr alles aufgelesen hatten.
00:01:32: Das sind die Geschenke der Eiszeit", so erklärte man mir.
00:01:36: Durch die Bearbeitung der Böden und durch die Witterung kommen immer neue Schichten nach oben – die Steine und die Eiche?
00:01:45: Sie sind beides Zeugen der Vergangenheit!
00:01:49: Meine ganze brannburgische Heimat ist in beeindruckender Weise durch die letzte große Eiszeit geprägt.
00:01:56: Nicht nur die Findlinge zeugen davon, mit welch unglaublicher Kraft Gesteine sie sich in norwegischen Gebirgen verorten lassen bis auf unsere Felder geschoben wurden.
00:02:09: Auch die Landschaft selbst ist eiszeitlich geformt.
00:02:13: Im Wald hinter meinem Dorf gibt es eine für das flache Brandenburg beeindruckende Hügelandschaft Die als Entmorene nach der Eisschmelze zurückgeblieben ist.
00:02:26: Sich so direkt im Strom der Erdgeschichte zu wissen, macht mich demütig gegenüber den Kräften der Natur.
00:02:34: Auch ohne unser Tun und Unterlassen befindet sich die Erde in stetigem Wandel.
00:02:40: Wir sind nur Gast auf Erden heißt es in einem Kirchenlied.
00:02:44: wir sind nur auf Zeit auf diesem Planeten Der seinen ganz eigenen Abläufen folgt.
00:02:53: Sind sie uns gewogen?
00:02:54: Gelegentlich können Sie aber auch zur Bedrohung für uns alle werden.
00:02:59: Blitzeinschläge und Vulkanausbrüche sind eine Gefahr für Flora und Fauna, Auch durch kosmische Kräfte kann es zu Klimaverschiebungen kommen die von uns nicht zu beeinflussen sind.
00:03:13: Der Rückblick auf die letzte Eiszeit zeigt mir wie wandelbar die Lebensgrundlagen auf unserem Planeten sind.
00:03:21: Ich finde Das sollte uns sensibel machen für die Stellschrauben, an denen wir selbst achtlos drehen.
00:03:29: Gleichzeitig können wir die Möglichkeiten in den Blick nehmen mit denen wir das ökologische Gleichgewicht erhalten vielleicht sogar wieder herstellen können.
00:03:40: Die Eiszeit hat der Erde im Laufe einer langen Periode ihren Stempel aufgedrückt und die Natur hatte viel Zeit sich den immer neuen Bedingungen anzupassen.
00:03:52: Das Eiszeitmuseum im Geopark Großziten vermittelt einen Eindruck davon.
00:03:59: Wir muten der Natur innerhalb von Jahrzehnten Veränderungen zu, die sich früher über Jahrhunderte abgespielt haben.
00:04:07: Zu Beginn der biblischen Schöpfungsgeschichte gibt Gott den Menschen den Auftrag, die Erde zu bebauen und zu bewahren.
00:04:15: Es mutet lächerlich an – wollten wir sie uns untertan machen!
Neuer Kommentar