Verlorene Söhne

Shownotes

Die Andacht zum Nachlesen und -hören gibt es auch hier inklusive Download: https://rundfunk.evangelisch.de/morgenandacht/15855/morgenandacht

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00:00:00: Es ist schon spät am Sonntagabend, als es bei uns am Pfarrhaus klingelt.

00:00:04: Wer kann das jetzt noch

00:00:05: sein?",

00:00:05: frage ich mich.

00:00:06: Ein junger Mann steht etwas verloren vor der Tür – etwa sechzehn Jahre alt mit viel Gepäck.

00:00:11: Ich brauche mal Ihre Hilfe", sagt er schüchternd.

00:00:19: Nach und nach erzählt er.

00:00:21: Er ist am Morgen abgehauen von zu Hause mit dem Fahrrad, ein mächtiger Streit mit seinen Eltern ist der Grund gewesen.

00:00:27: Daraufhin hat er Jugendliche sein Rucksack voll mit Konserven- und Wasserflaschen gepackt – unter nichts wie fort.

00:00:34: Auf den ersten Kilometern fühlt sich seine Flucht großartig an.

00:00:38: Endlich frei denkt er!

00:00:40: Aber je länger die Fahrdauer desto mehr rührt ihn sein Gewissen.

00:00:43: Die Tränen überwältigen ihm, langsam bricht es aus ihm hervor.

00:00:47: Ich hätte wenigstens meinen Bruder Tschüss sagen sollen und als ich Hunger hatte, habe ich gemerkt dass ich dummerweise zu Hause mein Dosenöffner liegen gelassen habe.

00:00:56: Eine wichtige Frage hat er sich bei seinem Aufbruch gar nicht gestellt.

00:00:59: Wohin will ich denn eigentlich?

00:01:01: Was ist mein Ziel?

00:01:02: Ich spüre seine innere Not und frage ihn willst du das wir beide heute Abend noch bei deinen Eltern klingeln?

00:01:09: Er überlegt nicht lange und nickt mit seinem Kopf.

00:01:12: bitte aber sie müssen mitkommen.

00:01:14: allein schaffe ich das nicht.

00:01:15: Die Bibel erzählt ebenfalls von einem Sohn, der von zu Hause abhaut.

00:01:19: Der hält seinen Weckgang länger durch.

00:01:21: Von ihm heißt es Er sammelte alles zusammen und ging in ein fernes Land.

00:01:25: Dort brachte er sein Erbteil durch.

00:01:28: Für diese Stärke kann man den verlorenen Sohn aus der Bibel bewundern.

00:01:32: Meilen weit und Monate lang ist er weg.

00:01:35: Den harten Schnitt mit seinem Vaterhaus hat er richtig durchgezogen Aber jede Flucht hat ihre Kehrseite.

00:01:42: Wo jemand den Faden durchtrennt, löst sich das ganze System der Familie und muss sich neu einfädeln.

00:01:49: Alles steht in Frage – obwohl sicher nicht alles schlecht war!

00:01:53: Wie oft werden seine Mutter sein Vater und auch sein Bruder über den Verlorenen so nachgedacht haben?

00:01:58: Wie geht es ihm jetzt?

00:01:59: Was haben wir falsch

00:02:00: gemacht?!

00:02:01: Weggehen ist zunächst leicht.

00:02:04: Zurückkommen ist furchtbar schwer... Der spannendste Moment in der biblischen Geschichte ist für mich der Wo der verlorene Sohn in sich geht, als sein Geld alle ist und keiner seiner vermeintlichen Freunde mehr zu ihm hält.

00:02:17: Da fängt das Vaterhaus, dass er für Altbacken und Miefig hielt wieder anzuleuchten.

00:02:22: Der Sohn gesteht sich ein – wie viele Tagelöhner hat mein Vater die Brot entfüller haben?

00:02:27: Und ich verderbe hier im Hunger!

00:02:29: Die Sehnsucht und der Hunger nach einem anderen Leben sind in seinem Herzen immer noch lebendig.

00:02:34: Aber vor sich selbst muss der Sohn zugeben, daß er sich auf seiner Flucht verrannt

00:02:38: hat.".

00:02:40: Die Rückkehr ins Elternhaus ist ein Risiko.

00:02:43: Der verlorene Sohn denkt nach, werden meine Eltern mir die Tür öffnen?

00:02:47: Vielleicht sind meine Leute über das verpraste Geld viel zu sauer!

00:02:51: Darum überlegt sich der junge Mann Wort für Wort was er ihnen sagen will.

00:02:55: Vater ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir.

00:02:58: Ich bin denn fort nicht mehr wert dass ich dein Sohn heiße.

00:03:01: Ich habe deine Liebe zu wenig Wert geschätzt.

00:03:04: Was dann passiert ist unfassbar.

00:03:06: Sein Vater läuft dem verlorenen Sohn entgegen, umarmt ihn, lässt ihn spüren.

00:03:11: Es gibt kein Bruch zwischen uns!

00:03:13: Ich habe jeden Tag jede Stunde an dich

00:03:15: gedacht.".

00:03:17: Wie dieser liebende Vater so ist Gott?

00:03:20: Ein Zuhause ist da wo sie die Tür aufmachen und sagen, komm doch rein.

00:03:25: Der Jugendliche Ausreißer und ich standen spät abends am Elternhaus.

00:03:29: Sein Vater schaute am offenen Fenster nach ihm aus und rief, Mensch Junge, da bist du ja – wir warten

00:03:34: schon!".

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