Hiob der Popmusik

Shownotes

Die Andacht zum Nachlesen und -hören gibt es auch hier inklusive Download: https://rundfunk.evangelisch.de/morgenandacht/15862/hiob-der-popmusik

Transkript anzeigen

00:00:00: Schon immer bin ich bei The Winner Takes It All der schwedischen Popgruppe Aber über eine bestimmte Zeile gestolpert.

00:00:21: Im Himmel scheinen die Götter zu würfeln, eiskalt und ungerührt ob unser einer hier unten auf Erden vom Schicksal gebeutelt wird.

00:00:31: Im Video zum Song sang Agneta – Die Blonde von Aber – diese Worte direkt in die Kamera.

00:00:37: Das war nicht einfach ein Popsteinchen das irgendeinen Text vom Blatzang.

00:00:42: Hier sang sich eine junge Frau die Seele aus dem Leib, mitgenommen von einer Scheidung trauernd klagend.

00:00:50: Obwohl sie ja eigentlich gar nichts sagen will – I don't wanna talk singt sie – manches kann man halt nur singen!

00:00:58: Sie beschwert sich über die Dot-Droben Die Schicksalsmächte, die der einen Glück und Liebe schenken Und den anderen um alles berauben.

00:01:23: Im August, ist das Lied in den Charts ganz weit oben.

00:01:28: Der Text stammt von Björn Ulveus bis vor kurzem noch Agnetas Ehemann.

00:01:33: Beide hatten ihr Glück öffentlich zelebriert – nun nach der Scheidung hielten sie sich auch beim Schmerz nicht zurück.

00:01:41: Bis heute gilt das Stück als das Meisterwerk der vier Schweden.

00:01:45: Vielleicht weil es eine uralte Geschichte erzählt von Schicksal und Verlust?

00:01:51: Diese uralte Geschichte erzählt sogar die Bibel im Buch Hyop.

00:01:55: Da sitzen Gott und die Engel mit dem Satan zusammen, Gott fragt den Widersacher was er von Hyop hält – denn Gott findet ein frommer Mensch der ein rechtschaffendes Leben führt ein echtes Vorbild.

00:02:09: Da fordert ihn der Satan heraus.

00:02:13: Lass ihn in eine Krise kommen!

00:02:15: Nimm ihm seine Gesundheit Und schau was passiert.

00:02:19: Er wird dir ins Gesicht fluchen.

00:02:23: Was dann folgt, kann man eigentlich gar nicht erzählen.

00:02:27: Gott der Allgütige lässt sich auf die Provokation ein.

00:02:32: Eine üble Zockerei auf Gedei und Verderben.

00:02:35: Hiops.

00:02:36: Man mag über diesen Gott eigentlich kein weiteres Wort mehr verlieren.

00:02:41: I don't wanna talk.

00:02:43: Aber es lohnt sich, über Hiob zu sprechen.

00:02:45: Und über die Menschen, die sein Schicksal nicht kalt lässt!

00:02:48: Hiob der alles Hab und Gut Gesundheit und Kinder verliert.

00:02:53: Er mag klein und verloren dastehen aber er erfährt Beistanddurchfreunde Die zu ihm kommen Sich zu ihm setzen.

00:03:00: Im Zuhören In den Gesprächen hört hiob Nicht auf das Wiederfahrene Zu erzählen.

00:03:07: Er jammert und klagt.

00:03:09: Er hört nicht auf, seinen Gott heraus zu fördern, ihn anzuklagen.

00:03:13: Ihn anzuflehen!

00:03:14: Du bist doch keiner von den Göttern die mit Menschen Würfel spielen und dabei kalt wie Eis

00:03:19: bleiben.".

00:03:21: Er merkt dass er beim und durch das Reden in Kontakt bleibt – mit sich selbst Und mit seinen Freunden.

00:03:28: Die laufen nicht weg, die hören zu.

00:03:31: Auch Gott muss zuhören.

00:03:34: Hyop hat alles verloren Aber seine Stimme ist ihm geblieben Wieder jungen Sängerin Agneta von Abba.

00:03:41: Seit bei fünfzig Jahren erklingt das Lied einer jungen, verletzlichen Frau – einer geschiedenen Frau.

00:03:48: Sie blickt in die Kamera!

00:03:50: Ihr Lied hat Bestand und als Hyop der Popmusik hält sie Stand.

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