Gott sehen?
Shownotes
Die Andacht zum Nachlesen und -hören gibt es auch hier inklusive Download: https://rundfunk.evangelisch.de/morgenandacht/15866/gott-sehen
Transkript anzeigen
00:00:00: Sehen und gesehen werden, darum dreht sich viel im Leben.
00:00:03: Für religiöse Menschen verbindet sich das mit der Frage sieht Gott mich?
00:00:08: Und kann ich Gott
00:00:09: sehen?".
00:00:11: Dazu gibt eine Geschichte in der Bibel eine Antwort – wobei eine Antwort nein!
00:00:17: Aber die Geschichte weist ein Weg.
00:00:19: Im zweiten Buch Mose steht Da stiegen Mose und Aron und siebzig von den ältesten Israels hinauf und sahen den Gott Israils unter seinen Füßen weiß wie eine Fläche von Saphir und wieder Himmel, wenn es klar ist.
00:00:38: Und Gott regte seine Hand nicht aus wider die Edlen der Israeliten – und als sie Gott geschaut hatten, aßen und tranken sie.
00:00:48: Sie sahen den Gott Israels!
00:00:51: Was soll das denn heißen?
00:00:53: Richtig
00:00:53: sehen?!
00:00:54: Oder haben diese Männer ein außergewöhnliches Erlebnis auf dem Berg und glauben, darin zeigt sich Gott vielleicht so?
00:01:03: Sie erfahren ein ungeheures Licht, Ein Licht wie wir es sonst nicht kennen.
00:01:10: Manche erleben so etwas wenn sie meditieren, Ganz eins mit sich und mit Gott werden!
00:01:17: Ich hatte einmal so ein Lichterlebnis.
00:01:20: Es war auf einer Reise in Syrien vor vielen Jahren Als das Land noch nicht vom Krieg zerstört war.
00:01:26: Wir waren in dem trocken heißen Gebirge Von Damaskus Ausrichtung Norden gelegen.
00:01:31: Wir sind auf ein Berg gestiegen, weil wir einen Kloster in luftiger Höhe besuchen wollten.
00:01:37: Als ich mich auf dem Gipfel umsah, schaute ich in eine Licht voller Helligkeit!
00:01:43: Der Himmel war richtig dunkelblau so intensiv dass er an den Rändern weiß wurde.
00:01:49: Da habe ich zum ersten Mal verstanden Gott und Licht gehören zusammen.
00:01:53: So stark ist dieses Licht das die Dunkelheit an ihren Rändern selbst zu licht wird.
00:02:00: Mich hat das Licht fast benommen gemacht.
00:02:02: Am liebsten hätte ich es gleich wieder gesehen, aber bei diesem einmal ist es geblieben.
00:02:09: Auch Mose wollte das gerne wiederholen – Gott sehen!
00:02:12: Das Licht die Grenzen überwinden zwischen Erde und Universum, die Grenze überwenden zwischen Gott und Mensch Die Erden schwere hinter sich lassen, leicht werden, licht werden.
00:02:24: Mose fordert von Gott lass mich dein Angesicht sehen.
00:02:28: Aber so klar der Wunsch, so eindeutig die Absage.
00:02:31: Nein!
00:02:32: Über Gott können Menschen nicht einfach verfügen.
00:02:36: So ein Erlebnis lässt sich nicht beliebig wiederholen.
00:02:41: Nach wissenschaftlichen Kriterien ist es damit uninteressant, denn was man nicht wiederholern kann, lässt sich nichts untersuchen und erklären.
00:02:48: Damit rückt es in den Bereich des Glaubens.
00:02:51: Den tun die einen als Hirngespinst ab – ich aber glaube….
00:02:55: Es gibt Erfahrungen, die jenseits dessen liegen was man wissenschaftlich erfassen kann.
00:03:00: Und trotzdem sind sie real!
00:03:03: Es war also schon echt was Mose und Aron und die siebzig Ältesten gesehen haben – das Licht und Gott.
00:03:12: Denn Mose ist nicht allein als er Gott sieht.
00:03:15: Da sind viele andere Die meisten von ihnen viel weniger geübt im Umgang mit Gott als Mose Vermutlich keine Gotteshelden Manche vielleicht komisch, immer schnell dabei zu jammern und zu nörgeln.
00:03:29: Es werden viele dabei sein die ängstlich darauf schauen dass sie genügend vom Kuchen abbekommen.
00:03:36: Mit ihnen Wegen ihnen Durch Sie ist es möglich Gott zu erfahren Gott sehen und das nicht nur allein sondern hier mit einem kleinen Volksauflauf Mit den anderen.
00:03:49: und durch die Anderen erkennen wir Gott Sehen wir das Licht.
00:03:54: Die Geschichte in der Bibel wird herrlich praktisch und als sie Gott geschaut hatten, aßen und tranken sie.
00:04:01: Erst Erleuchtung dann Picknick!
00:04:04: So geschieht Gottsehen im gemeinsamen Essen- und Trinken, Im Gehen, im Reden und Schweigen In der Anstrengung des Aufstiegs dem Genießen des Augenblicks auf dem Gipfel wenn sich in der Höhe der Blick weitet Und schließlich beim Abstieg ins Tal in die Niederungen des Alltags wo das Licht verblasst, der andere bleibt.
00:04:28: Blöderweise und zum Glück!
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