Einen Gang runterschalten
Shownotes
Die Andacht zum Nachlesen und -hören gibt es auch hier inklusive Download: https://rundfunk.evangelisch.de/morgenandacht/15872/einen-gang-runterschalten
Transkript anzeigen
00:00:00: Manchmal erwische ich mich selbst morgens in einer merkwürdigen Hektik.
00:00:04: Der Tag hat noch gar nicht richtig angefangen, aber gefühlt renne ich schon meiner eigenen To-Do Liste hinterher!
00:00:10: Zähneputzen, E-Mail checken, den Wetterbericht überfliegen, hast dich die Tasche packen und dann rein ins Auto und ab in dem Berufsverkehr.
00:00:19: Ich höre dann ganz deutlich meinen inneren Antreiber.
00:00:22: Mach schnell – also scheite ich einen Gang höher, beschleunige und bin im Kopf schon Meilen
00:00:27: voraus.".
00:00:29: Wer auf seinen Wegen immer nur Gas gibt, merkt oft erst wie müde er ist wenn die Reserven komplett aufgebraucht sind.
00:00:37: An diesem Punkt ist der biblische Prophet Elia angelangt – er liegt erschöpft völlig am Ende seiner Kräfte unter einem Ginsterstrauch mitten in der Wüste.
00:00:47: Eben noch stand er auf dem Höhepunkt seines Erfolgs und hat mutig für sein Glauben gekämpft doch jetzt rennt er um sein Leben!
00:00:56: Elia ist nicht nur einen weiten Weg gelaufen, er isst auch seinen eigenen Ansprüchen und den Erwartung anderer hinterher gerannt.
00:01:05: Er hat sich in ein blinden Eifer hineingesteigert!
00:01:08: Er muss sich eingestehen – er hat sich schrecklich
00:01:11: verrannt!".
00:01:12: »Es ist genug« sagt er zu Gott und wünscht sich den Tod.
00:01:16: »Ich bin nicht besser als meine Vorfahren.
00:01:19: Die Belastung seine Aufgabe, die gesamte Situation scheinen ihm so bedrohlich dass er befürchtet, er schafft das nicht.
00:01:27: Zu viel Verantwortung!
00:01:28: Zu viel Druck!
00:01:29: Zu wenig
00:01:30: Zeit!".
00:01:31: Elia ist am Tiefpunkt.
00:01:33: Er legt sich hin und schläft vor lauter Erschöpfung ein.
00:01:37: Da berührt ihn plötzlich einen Engel Steh auf und isst?
00:01:41: fordert er ihn auf.
00:01:42: Als Elia sich umsieht findet er frisches Fladenbrot und ein Krog Wasser und legt sich wieder schlafen.
00:01:51: Und ein zweites Mal erscheint der Engel Gottes, steh auf und ist denn du hast einen weiten Weg vor dir!
00:01:58: Der Engel setzt ihn nicht unter Druck – er verurteilt ihn auch nicht.
00:02:02: Gott schenkt Illya eine Pause zum Auftanken.
00:02:05: Er nimmt ihm nicht den ganzen Weg oder seine Aufgabe ab aber ergibt ihm das was er für den nächsten Schritt braucht.
00:02:14: In der Bibel steht da stand Illya auf aß und trank und ging los.
00:02:19: Durch das Essen war er wieder zu Kräften gekommen.
00:02:22: Ich wünsche mir solche Engelsbegegnungen auch in meinem Alltag, Momente die mir erlauben das Tempo herauszunehmen – wieder bei mir selbst anzukommen und aufzutanken!
00:02:33: Das kann die Arbeitskollegen sein, die mir unauffordert einen Kaffee an den Schreibtisch bringt oder der Autofahrer, der mir als Fußgängerin geduldig den Vortritt lässt.
00:02:45: Heute ist übrigens internationaler autofreier Tag Ein Tag, der dazu einlädt das Auto stehen zu lassen dem Bus zu nehmen aufs Fahrrad zu steigen oder zu Fuß zu gehen.
00:02:57: Ich nehme ihn auch als Chance den Motor in meinem Kopf herunterzufahren und er eigenen Seele Zeit zu geben!
00:03:05: Für mich ist das die bewusste Tasse Kaffee am Morgen, die ich ganz ohne Handy in der Hand genieße meine Pflanzen gießen zwei Minuten auf dem Balkon und die Sonne im Gesicht spüren und am Ende des Arbeitstages meinen Laptop zu klappen nach getaner Arbeit.
00:03:22: Für heute ist es genug, was nicht fertig ist darf bis morgen warten!
00:03:28: Solche Momente schenkt mir eine Erlaubnis die ich mir selbst viel zu selten gebe Ich darf mir Zeit nehmen und auch Pausen machen.
00:03:37: Manches darf auch länger dauern Oder?
00:03:41: Ich darf meine Bedürfnisse ernst nehmen Auch wenn jemand unzufrieden mit mir ist.
00:03:46: Ich darf es auch mir rechtmachen.
00:03:49: Ich darf mir Hilfe holen und sie annehmen.
00:03:53: Meine inneren Antreiber wollen mir einreden, dass ich funktionieren und rennen muss – aber ich muss ihn nicht gehorchen!
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