Die Mächtigen und die Macht des Einzelnen

Shownotes

Die Andacht zum Nachlesen und -hören gibt es auch hier inklusive Download: https://rundfunk.evangelisch.de/node/

Transkript anzeigen

00:00:00: Da sagte ihn Jesus, in dieser Welt unterdrücken die Herrscher ihre Völker.

00:00:05: Und rücksichtslose Machthaber lassen sich als Wohltäter feiern – starke Worte von Jesus!

00:00:12: Sie lassen sich also Wohlltäter feieren.

00:00:15: So kommen mir manche Machthabers vor wenn ich diesen Tagen nach New York blicke.

00:00:20: Die UN-Generaldebatte läuft.

00:00:22: Onehundertneunzig Mitgliedstaaten sind dort vertreten.

00:00:27: Den Mächtigen dieser Erde gehört das grüne Marmor-Retnerpult.

00:00:31: Sie halten große Reden auf großer Bühne über große Themen, Klimawandel und der steigende Meeresspiegel – Das Recht auf Entwicklung, Pandemievorsorge, nukleare Abrüstung, künstliche Intelligenz.

00:00:45: Und wie lassen sich die Kriege beenden?

00:00:48: Einzelne mächtige tun in ihren Reden so als wären sie allmächtig.

00:00:53: Die UN als ganze wirkt eher hilflos.

00:00:56: Meine Erwartung an diese Vollversammlung der Vereinten Nation sind eher gering.

00:01:01: Ein ernüchterndes Gefühl, das schnell in ein Gefühl der Ohnmacht umschlagen kann!

00:01:05: Ich sehe die Krisen und wir bräuchten so dringend gemeinsam gestaltete Antworten und

00:01:10: Lösungen.".

00:01:11: Der UN-Generalsekretär Guterres hat dazu zum Auftakt treffende Worte gesprochen.

00:01:18: Er warnte vor den tiefen Rissen in unserer Welt.

00:01:23: Die Supermächte müssten endlich erkennen, dass ihre Macht gar nicht so super ist.

00:01:29: Und trotzdem wollen sie als die großen Retter und die Wohltäter dastehen!

00:01:34: Sie lassen sich als Wohlltäter feiern.

00:01:37: Diesem Satz von Jesus vorausgegangen war ein Streit seiner Jünger darüber, wer von ihnen wohl der Wichtigste sei?

00:01:45: Wer hat den besten Platz – wer hat das Meiste

00:01:47: sagen?!

00:01:49: Selbst im engsten Kreis greift dieser Reflex nach Geltung.

00:01:53: Ich will oben stehen.

00:01:55: Jesus stoppt diesen Streit!

00:01:57: Er verweist darauf, wie die Herrscher und Machthaber sich aufspielen – aber er bleibt bei seiner Kritik an den Herrschenden nicht stehen.

00:02:06: Er dreht den Maßstab um.

00:02:07: Er sagt zu seinen Jüngern «Bei euch soll es nicht so sein», sondern der Größte unter Euch soll werden wieder Jüngste und der Führende Wiederdienende.».

00:02:19: Das ist ein radikaler Satz.

00:02:21: Jesus stellt die Pyramide der Macht auf den Kopf.

00:02:25: Echte Größe, sagt Jesus, misst sich nicht daran wie viele Menschen unter mir stehen oder wie groß meine Bühne ist – wie sehe ich an dem Rednerpult auf Trumpfe!

00:02:36: Echte Grösse zeigt sich in der Demut, den eigenen Einfluss zu nutzen um anderen zu dienen.

00:02:43: Jesus spricht die Einzelnen an, den Kreis seiner Jünger.

00:02:47: Aber was heißt das angesichts der großen Themen unserer Zeit?

00:02:51: Wenn ich auf den Klimawandel blicke, auf Kriege oder künstliche Intelligenz stellt sich bei mir ein Gefühl der Machtlosigkeit ein.

00:03:00: Was kann eine Einzelne schon ausrichten?

00:03:03: Genau in dieses Gefühl hinein hat die Psychoanalytikerin Ruth Kohn einen befreinen Satz gesprochen.

00:03:16: Das holt mich aus meiner Machtlosigkeit.

00:03:19: Ich habe meine eigene Verantwortung genau dort, wo ich stehe.

00:03:23: Im Rahmen meiner Möglichkeiten kann ich mich einbringen und muss dabei nicht die Welt

00:03:28: retten.".

00:03:29: Das gilt auch für die Weltpolitik in New York – eine Supermacht ist eben nicht allmächtig!

00:03:35: Und sie zeigt ihre Stärke nicht wenn sie anderen droht oder Zusammenarbeit blockiert….

00:03:41: Stattdessen liegt echte Größe in der Demut, die eigene Teilmacht für das Wohl aller einzusetzen und gemeinsam nach gerechten Lösungen zu suchen.

00:03:52: Wir sind teilmächtig!

00:03:54: Wir sind den Krisen nicht machtlos ausgeliefert – wir haben Teilmacht in den Räumen, in denen wir leben im Beruf, in der Familie, in Der Gemeinde, im Verein, in unseren Beziehungen.

00:04:07: Unser Alltag ist die Bühne unseres Mikro-Kosmos, auf der sich entscheidet wie wir miteinander umgehen.

00:04:14: Teilmächtig sein heißt im Alltag für mich Aufmerksam zuhören Den ersten Schritt zur Versöhnung wagen Eine Aufgabe übernehmen Für dies keinen Ablaus gibt.

00:04:26: Wir sind nicht allmächtige!

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