Wonderful World
Shownotes
Die Andacht zum Nachlesen und -hören gibt es auch hier inklusive Download: https://rundfunk.evangelisch.de/morgenandacht/15928/wonderful-world
Transkript anzeigen
00:00:00: Krisenzeiten brauchen nicht bloß Protest-Zongs, sondern auch heitere Lieder.
00:00:05: Im Oktober nineteenhundertsechzig stellt Louis Armstrong sein es in der Tonneitshow vor Aufzeichnung am Nachmittag im Rockefeller Center New York Am Abend dann Ausstrahlung im US Fernsehen.
00:00:27: von den Farben des Regenbogens.
00:00:29: Vom Himmel so blau und in Wolken so weiß, Von lachenden
00:00:32: Kindern.".
00:00:34: Sein Lied klingt wie ein Gruß aus dem Paradies.
00:00:37: Als Harbe Setschmo, so nennt Armstrong sich manchmal Den Schöpfer.
00:00:41: am sechsten Tag belauscht Da schaut Gott all seine Werke an, Himmel und Erde, Den gesegneten Tag die geheiligte Nacht.
00:00:49: Und er spricht zu sich selbst sehr gut.
00:01:15: Bäume in vollem Grün, Rosen – alles sind Blüte.
00:01:19: Was für eine wunderbare Welt!
00:01:21: Ich vermute viele von uns schließen beim ersten Tag die Augen, stimmen mit ein Ja?
00:01:27: So hat Gott die Welt gemeint.
00:01:29: Aber im Oktober nineteenhundsechzig dümpelt der Song unter Fernalifen in den US Billboard-Charts.
00:01:36: Zu naiv, oberflächlich!
00:01:39: Vielleicht steht das Lied im starken Kontrast zur damaligen Lebenswirklichkeit?
00:01:43: Es ist ein heißer Herbst in den USA Der alte Südstaaten.
00:01:47: Rassismus flammt wieder auf.
00:01:49: Schwarze Jugendliche demonstrieren gegen die Diskriminierung Prang an die Perspektivlosigkeit an.
00:01:55: In Vietnam sterben sie – der Krieg eskaliert damals.
00:01:59: Blutige Schlachten, Sprengfallen, Napalm-Bomben.
00:02:03: So viele Mütter und Väter trauern um ihre Söhne!
00:02:06: Martin Luther King verurteilt öffentlich den Krieg.
00:02:10: Er sagt Das Evangelium gilt allen Menschen Kommunisten und Kapitalisten Schwarz und Weiß Revolutionäre und Konservative King predigt in der Riverside Church in New York Nur wenige Kilometer von den TV-Studios im Rockefeller Center entfernt.
00:02:28: What a wonderful world.
00:02:30: Wie kann Louis Armstrong das singen?
00:02:33: Er tut es, weil er Ohren hat die hören.
00:02:36: Dahinter steht so etwas wie eine seelsorgliche Absicht.
00:02:39: Halb im Scherz, halb im Ernst stellt er sich manchmal als Reverend Setchmo vorm und in seine Lieder predigten.
00:02:46: What a wonderful world
00:02:48: ist Zuspruch und Protest zugleich!
00:02:51: Armstrong nimmt später eine zweite Version auf.
00:02:54: Die leitet er mit einer kurzen Rede ein Was er da erzählt.
00:02:57: er erinnert mich sehr an Worte aus der Bibel Wer liebt, ist mit Gott und allen Menschen verbunden.
00:03:10: Die Welt ist nicht schlecht – wir machen das!
00:03:14: Es könnte so eine wundervolle Welt sein wenn wir ihr die Chance geben.
00:03:19: Liebe ist das Geheimnis.
00:03:21: Denn mehr von uns einander liebten könnten wie eine ganze Menge Probleme lösen.
00:03:26: Yeah!
00:03:32: Für Louis Armstrong war der Jazz so etwas wie Religion.
00:03:35: Eine weitere Konfession der universalen Liebe.
00:03:39: Da ist ein unsichtbares Band, das alle und alles miteinander verbindet.
00:03:43: Die Musik lässt es spürbar werden.
00:03:47: What A Wonderful World ist
00:03:48: ein Lied für die schweren Zeiten in Eftur gesetzt – so geht das Herz auf.
00:03:53: Der Song malt aus, wie es sein könnte wenn wir mehr Liebe wagen.
00:03:58: Klingt naiv.
00:03:59: okay Aber diesen Vorwurf muss sich die Liebe immer gefallen lassen.
00:04:03: Und sie erträgt es, denn Liebe hat einen langen Atem!
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