Tag des Schneeleoparden
Shownotes
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Transkript anzeigen
00:00:00: Warten war ein Gebet.
00:00:02: Das schreibt Sylvain Thesson am Ende seines Buchs der Schneeleopard.
00:00:06: Wenn ich es lese, sehe ich die Höhle im tibetischen Hochland vor mir in der Sylvains-Thesson und seine Begleiter ausharren.
00:00:14: Felsvorsprünge wie Strebepfeiler – Die von der Natur geweihte Abses.
00:00:19: Von hier aus werden sie den Schneeleoparden fotografieren Ein mystisches Wesen.
00:00:25: Sein Fell gehörte dem Tag Der Nacht Dem Himmel und der Erde Schreibt Thessan.
00:00:31: Die Raubkatze ähnelt einem Tiger mit goldfarbenen Tupfen.
00:00:35: Auf Jagd verschmilzt er mit den Felsen, schiebt in fließender Bewegung seine Läufe vorwärts, dehnt die Zeit!
00:00:43: Der Schneeleopard ist bedroht – deshalb haben Tierschützer den XXIII.
00:00:48: Oktober zu seinem Tag bestimmt.
00:00:50: Thesson und seine Freunde warten tagelang.
00:00:53: Regungslos bei minus dreißig Grad auf fünftausend Metern.
00:00:57: Hinter Schneewähn, in Tarnzelten In der Höhle, die Erkapelle unserer lieben Frau des Wartens nennt.
00:01:05: Sein Buch ist nur so von religiösen Referenzen durchzogen Roman Reisebericht Tagebuch einer Selbstsuche Schöpfungshymnos Umarsch auf das Warten.
00:01:16: Für mich fühlt sich Warten wie ein Verlustgeschäft an Nichts tun können ärgert mich.
00:01:21: Es kann mich sogar verunsichern Auf dem Bahnsteig wenn der Zug sich verspätet Beim Arzt wo Minuten zu Stunden werden oder wenn das Telefon schweigt, obwohl die Töchter doch anrufen wollten.
00:01:34: Zeit ist die Währung meines Wohlstands – sie will gefüllt werden!
00:01:37: Warten ist ein bitteres Kraut, soll der Kirchenliedlichter Paul Gerhardt gesagt haben.
00:01:43: Auch die Bibel weiß wie unerträglich warten sein kann….
00:01:46: aber da ist noch etwas... Die Luther-Übersetzung gebraucht für das Warten oft ein anderes Wort.
00:01:52: Harren Die auf den Herrn Harren kriegen neue Kraft, dass Sie auffahren mit Flügeln oder an einer anderen Bibelstelle, unsere Seele hart auf den Herrn.
00:02:04: Er ist uns Hilfe und
00:02:05: Schild.".
00:02:07: Auf diesem Vers basiert der Koral.
00:02:09: Haare meine Seele.
00:02:11: In Ostfriesland haben wir es oft am offenen Grab gesungen.
00:02:14: Manchmal tränen schwer Aber Haaren meint kein passives Abwarten von Angst- oder Kummer.
00:02:21: Haaren ist Warten das von Hoffnung getragen wird.
00:02:25: Dieses Warten lohnt sich sagt die Bibel Denn Gott löst ein was er verspricht Er richtet die Niedergeschlagenen auf, er tröstet die Sehnsüchtigen.
00:02:35: Von solcher Art ist auch das Warten bei Sylvain Thesson und der Schneeleopard.
00:02:40: Minute um Minute – Stunde um Stunde übt er sich in Geduld!
00:02:45: Regungslos ohne Worte.
00:02:47: Eine Herausforderung für den Autor Ein Mensch voller Bewegungsdrang Zuhause im quirligen Paris Nur atmen ein-und aus Die weiße Welt absuchen Wo Schnee und Fels miteinander verschwimmen Alles zudecken, was das Auge sonst wahrnimmt.
00:03:04: Die Blicke wandern dann hinab in die schwindelnden Schluchten des eigenen selbst.
00:03:09: Gedanken flirren durchs neuronale Netz.
00:03:11: Kreisen um Träume und Tränen – lange gewesen es wird lebendig!
00:03:16: Lateinische Ferse dieser eine Sommer So kommt der Autor ins Herren.
00:03:23: Und dann geschieht es Der Schneeleopard taucht vor der Höhle auf Das mystische Wesen aus Himmel und Erde.
00:03:30: Tesson schreibt Man hätte einen Steinwurf entfernt vorbeigehen können, ohne ihn zu sehen.
00:03:37: Er hob witternd den Kopf Sein Fell in Tarsien aus Gold und Bronze.
00:03:43: Es war eine religiöse Erscheinung.
00:03:45: Noch heute umgibt die Erinnerung an diesen Anblick etwas Heiliges.
00:03:50: Sylvain Thesson macht die Zeit In der weißen Weite des Himalayas spürbar.
00:03:54: Ich sehe die Höhle Im tibetischen Kunlun-Gebirge.
00:03:58: Schneekristalle flirren durch endlose Stunden.
00:04:02: Für das Warten braucht es einen philosophischen Geist, der zur Hoffnung neigt", schreibt Sylvain Thesson.
00:04:08: Dieser Satz steht am Beginn seines Buchs.
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