Sterbehilfe

Shownotes

Morgenandacht von

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00:00:00: Emanuel ist Mitte Fünfzig und eine erfolgreiche Autorin.

00:00:04: Es geht ihr gut, bestens eigentlich, beruflich und familiär!

00:00:09: Doch dann bringt ein einziges Telefonat ihr Leben durcheinander.

00:00:13: André, Ihr fünfundachzigjähriger Vater hatte einen Schlaganfall, liegt im Krankenhaus, ist halbseitig gelähmt und kann fast nicht sprechen.

00:00:21: Bis vor Kurzem noch strotzte er nur so vor Energie... Auch er ist wohlhabend und ein renommierter Kunstsammler.

00:00:28: Die Pariser Kunstszene ist sein Zuhause.

00:00:32: Emanuel besucht den Vater im Krankenhaus, täglich bringt Dunen mit, streichelt ihn, ist für ihn da.

00:00:39: Nach einer Weile kann der alte Vater wieder halbwegs verständlich sprechen.

00:00:44: Was er dann sagt, bringt Emanuel aus der Fassung.

00:00:48: Du musst mir helfen Schluss zu machen!

00:00:51: Emanuel reagiert nicht darauf als habe sie den Satz nicht gehört.

00:00:56: Hast du mich verstanden?

00:00:58: Du musst mir helfen, Schluss zu

00:01:00: machen.".

00:01:01: Dieses Szene stammt aus dem Film Alles ist gutgegangen von François-Ausson.

00:01:07: Die Tochter Emanuel wird von Sophie Machsot gespielt.

00:01:10: Emanuel sträubt sich gegen diese Aufgabe.

00:01:14: Auch wenn ihre Kindheit mit dem Vater keineswegs einfach war.

00:01:17: sie liebt den Vater Sie will nicht dass er stirbt aber sie isst die einzige die überhaupt in Frage kommt.

00:01:25: Emanuell stellt den Kontakt mit dem Schweizer Sterbehilfe vereinschließlich her Und eine Mitarbeiterin des Vereins gespielt von Hannah Schigula kommt nach Paris und erklärt das Vorgehen.

00:01:37: Das Wichtigste, der Sterbewillige muss in der Lage sein den Becher mit dem tödlichen Gift eigenständig in die Hand zu nehmen – und ihn zu trinken!

00:01:47: Immanuells Vater probiert das mit seiner nicht gelähmten Hand und zeigt einen gewissen Stolz, dass er das hinkriegt.

00:01:55: Ein Freund von mir, Pfarrer in der Schweiz hat Sterbe Willige bei ihrem assistierten Suizid begleitet.

00:02:02: Er erzählt von einer schwerst kranken Frau ebenfalls Mitte Achtzig wie der Vater im Film.

00:02:09: Die alte Dame wollte vor allem, dass der Gemeindepfacher dabei ist.

00:02:13: Sie wollte keine Liturgie, bloß ein Vater Unser und einen Psalm!

00:02:17: Herr Schweizer Kollege hat der alten Dame ihren Wunsch erfüllt – und wunderte sich über die friedliche ja entspannte Atmosphäre.

00:02:27: Auch Immanuel im Film hat dem Wunsch des Vaters entsprochen.

00:02:31: Und ich hätte dem Wunsch meines Vaters entsprochen, der am Ende seines Lebens mit achtundachtzig Jahren sterben wollte.

00:02:38: Er sagte – Ich habe das deutliche Gefühl dass es jetzt zu Ende geht!

00:02:44: Er war nicht krank nur alters schwach und verweigerte Nahrung und Getränke.

00:02:50: Ohne Essen und Trinken wäre er so schwach wie er war nach ein paar Tagen gestorben.

00:02:57: Sterbefasten nennt man das umgangsschwachlich.

00:03:00: Für die nächsten Angehörigen ist das oft schwer auszuhalten.

00:03:05: Mein Vater kam ins Krankenhaus, wurde künstlicher nährt und tagelang fixiert bis er nach vierzehn Tagen starb.

00:03:12: Was tun?

00:03:14: Darauf gibt es keine Antwort, die für alle gilt!

00:03:17: Ich tendiere dazu, Schwerstkrankensterbewilligen bei denen keinerlei Aussicht auf Heilung besteht – die trotz Palliativbehandlung starke Schmerzen erleiden den Wunsch nach einem assistierten Suizid zu erfüllen.

00:03:33: Und gleichzeitig weiß ich, es darf nicht normal werden sich das Leben zu nehmen oder anderen dabei zu helfen.

00:03:41: Zur Achtung vor dem einzelnen Menschen gehört aber auch wenn ein Mensch sich in einer Grenzsituation für einen assistierten suizid entschieden hat bei ihm zu bleiben und ihn zu begleiten bis zum Schluss selbstverständlich im Rahmen des geltenden Rechts.

00:04:00: So sieht das auch die evangelische Kirche in

00:04:02: Deutschland.".

00:04:04: Am Ende des Films telefoniert Emanuel mit der Mitarbeiterin des Sterbehilfevereins und eine überaus empathische Hannah Schigula sagt freundlich, »Alles ist gut gegangen!«.

00:04:17: Das ist der Titel des Filmes.

00:04:18: – »Und ich kann nicht anders!

00:04:21: Ich höre den Satz mit einem Fragezeichen.

00:04:25: Alles ist gutgegangen?«.

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